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11.000 Bücher aus der DDR-Ära suchen neuen Platz

Markus S. · 26. Oktober 2026, 14:45 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
11.000 Bücher aus der DDR-Ära suchen neuen Platz

In der DDR war es notwendig, sich auf lange Wartelisten zu setzen, um ein begehrtes Buch aus der Berliner Friedensbibliothek ausleihen zu können. Etwa 11.000 Titel waren besonders gefragt, da sie oft nur schwer erhältlich waren und nicht über offizielle Kanäle bezogen werden konnten. Die Bibliotheksmitarbeiter standen während dieser Zeit auch unter der Beobachtung der Staatssicherheit.

Aktuell suchen diese einst so gefragten Bücher langfristig ein neues Zuhause, wie die Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße mitgeteilt hat. Die Kapelle wurde auf den Fundamenten der ehemaligen Versöhnungskirche erbaut und öffnete 2000 ihre Türen. Sie ist Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Friedensbibliothek selbst befindet sich seit 2000 im Souterrain des Hauses der Demokratie und Menschenrechte in der Greifswalder Straße 4 im Prenzlauer Berg.

Der neue Standort für die wertvolle Büchersammlung soll nach den Vorgaben der Evangelischen Kirche ausgewählt werden und darf sich nur in ihrem Zuständigkeitsbereich befinden. Zudem ist es wichtig, dass der neue Raum konstante Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen bietet, um die Erhaltung der älteren Bücher zu garantieren. Derzeit ist noch kein neuer Standort gefunden worden, und die Suche hat erst begonnen. Hagen Collatz, der wissenschaftliche Archivar im Landeskirchenarchiv, erklärte, dass ein geeigneter Platz gefunden werden soll, bevor zwei erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen.

Die Regale der bedeutenden Bibliothek erstrecken sich über rund 30 Meter und enthalten zusätzlich 25 Regalmeter Archivmaterial. Die behandelten Themen der Bücher umfassen unter anderem Geschichte, Politik, Pädagogik, Psychologie, Fotografie, Kunst sowie Theologie, Philosophie und Soziologie. Auch Kinder- und Jugendbücher sind Teil des Bestands. Bis zur Wendezeit in den 90er-Jahren wurden die Werke stark frequentiert, da sie oft unzugänglich waren.

Die Friedensbibliothek ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), die 1985 ins Leben gerufen wurde. Neben der Bibliothek zählte die Einrichtung zu den Veranstaltern von über 300 Ausstellungen, die bis Ende 1989 über 1,2 Millionen Besucher anlockten. Von 1989 bis heute wurden 377 Ausstellungen in 13 Ländern organisiert, wobei jährlich neue Präsentationen zu Krieg und Frieden entstehen.

Eine Sprecherin der Bibliothek betonte, dass die Suche nach einem neuen Raum für die Friedensbibliothek nun langfristig angelegt wird. Gleichzeitig wird in Betracht gezogen, die Bibliothek möglicherweise zu verkleinern. Diese Informationen wurden in einem Rundschreiben an die Evangelische Kirche weitergegeben.

Die Friedensbibliothek gehört zum Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche und ist im Souterrain des Hauses der Demokratie und Menschenrechte untergebracht. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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