175 Jahre Berliner Feuerwehr: Mit dem Löschtrabbi durch die Stadt
Der Anblick von Feuerwehrfahrzeugen gehört in Berlin dazu. Doch eine Drehturmleiter aus dem Jahr 1900? Das sieht man auch in der Hauptstadt eher selten. Am Samstag hatte die Berliner Berufsfeuerwehr 80 zum Teil historische Fahrzeuge herausgeholt und auf die Straße gebracht. Anlässlich des 175. Geburtstags der Feuerwehr fand mit Unterstützung des Feuerwehrmuseums in Tegel ein Autokorso durch die Stadt statt. Den letzten dieser Art hat es zum 150. Jubiläum im Jahr 2001 gegeben.

Beim Autokorso der Berliner Feuerwehr war auch dieses Einzelstück: der sogenannte Löschtrabbi der Berliner Feuerwehr. Das 1990 erbaute Fahrzeug zeigt auf der rechten Fahrzeugseite Farbgebung und Logo der Westberliner Feuerwehr, während die linke Seite nach Ostberliner Vorbild gestaltet ist. © Berliner Morgenpost | Julia Lehmann

Dieses Fahrzeug stammt von der Feuerschutzpolizei. Sie war von 1938 bis 1945 im Deutschen Reich die offizielle Bezeichnung für die Berufsfeuerwehren.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das eine oder andere historische Fahrzeug ist inzwischen nicht mehr straßentauglich. In diesem Fall wurden die Autos für die Parade der Berliner Feuerwehr durch die Stadt kutschiert.© Berliner Morgenpost | Julia Lehmann
Für die Berliner Feuerwehr war dies ein besonderes Event, wie Pressesprecher Marco Cempirek vor dem Brandenburger Tor stehend berichtete. „Das ist schon eine echte Besonderheit.“ Mit dabei waren auch 30 historische Fahrzeuge, wie etwa ein Löschtrabbi aus der DDR, der jedoch nie zum Einsatz kam. Die Route führte über zentrale Orte der Stadt: beginnend am ehemaligen Flughafen Tegel, weiter zum Jakob‑Kaiser‑Platz und zum Großen Stern, anschließend zum Brandenburger Tor, zum Potsdamer Platz und zur Potsdamer Brücke. Das Ziel des Korsos war das Deutsche Technikmuseum. Dort konnten Interessierte die historischen Fahrzeuge des Brand- und Katastrophenschutzes noch mal aus nächster Nähe betrachten.
Berliner Feuerwehr: Rettungswagen rücken jede Minute aus
Mit dabei waren aber auch Fahrzeuge, die zur aktuellen Flotte gehören und jeden Tag in Berlin im Einsatz sind. Darunter Fahrzeuge der Feuerwachen, des Rettungsdienstes, die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sowie Sonderfahrzeuge des technischen Dienstes wie Feuerwehrkran oder Gerätekran. Sollten sie gebraucht werden, so Sprecher Marco Cempirek, würden sie den Korso verlassen und zum Einsatz fahren. Die Einsatzbereitschaft war also stets gewährleistet. „Dafür haben wir vorher auch Einsatzfahrzeuge verschoben“, so der 29-jährige Sprecher.
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Am häufigsten im Einsatz bei der Berliner Feuerwehr sind übrigens die Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge. „Gefolgt von unseren Löschfahrzeugen“, so Cempirek. Jährlich werden etwa eine halbe Million Einsätze in den Bereichen medizinische und technische Gefahrenabwehr bewältigt. Das bedeutet, dass durchschnittlich in jeder Minute des Jahres ein Einsatzfahrzeug zu einem Einsatz ausrückt. Die Zahl der Einsätze steigt seit einigen Jahren. Das liege unter anderem an zunehmenden Einsätzen durch Hitze.
Feuerwehr-Korso zieht zahlreiche Zuschauer zum Brandenburger Tor an

Unter den präsentierten Fahrzeugen waren viele, die bei der Berliner Feuerwehr täglich im Einsatz sind. Hier sind verschiedene Autotypen in der Kulisse des Brandenburger Tores und des Roten Rathauses zu sehen. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Beim Fahrzeugkorso der Berliner Feuerwehr kam auch schweres Gerät auf die Straße. Am Rand staunte dieser kleine Feuerwehrfan.© FUNKE Foto Services | Reto Klar
Gesäumt wurde die Route des Korsos am Samstag durch etliche Zuschauer. Entlang der Straße des 17. Juni und vor dem Brandenburger Tor hatte man den wohl besten Blick auf die Fahrzeuge. Denn die Fahrer drosselten dort die Geschwindigkeit extra auf nur zwei km/h, damit Besucher sie betrachten und fotografieren konnten. Der Korso erreichte das Brandenburger Tor etwa gegen 12.15 Uhr. Für den Verkehr war der Bereich am Platz des 18. März während der gesamten Veranstaltung gesperrt.
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Unter den Schaulustigen war etwa Frank Mothes. Er war extra aus Brandenburg an der Havel angereist und zählt zu den wahren Feuerwehrfans. In seiner Heimatstadt führte er lange ein Feuerwehrhotel, dessen Räume er mit Utensilien einer Privatsammlung ausstattete. Helme, Schläuche und jede Menge Fotos schmückten das nun aus Altersgründen geschlossene Haus. „Bis heute besitze ich einen alten Handlöschzug“, so Mothes. Diesen möchte er bald gern an ein Museum geben.

Großer Fan: Frank Mothes aus Brandenburg an der Havel führte einst ein Feuerwehrhotel. Für den Autokorso der Berliner Feuerwehr kam er extra angereist. © Berliner Morgenpost | Julia Lehmann
Die Berliner Feuerwehr ist die größte Berufsfeuerwehr des Landes. Sie existiert bereits seit 1851. Aktuell gibt es mehr als 7400 hauptberufliche und ehrenamtliche Feuerwehrangehörige.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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