Alarmierende Studie: So stark leiden Berlins Jugendliche unter Schulstress
Schulstress gehört für viele Jugendliche in Berlin und Brandenburg zum Alltag. Das zeigt auch eine aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer Krankenkasse. Demnach steht mehr als jeder dritte Heranwachsende durch die Schule enorm unter Druck. Und das ist nicht das einzige Jugendproblem, das die Umfrage offenlegt.
Schulstress belastet Berliner und Brandenburger Jugendliche besonders stark
Laut einer Mitteilung der Barmer fühlen sich 35 Prozent der 14- bis 17-Jährigen in der Region Berlin und Brandenburg durch Schulstress stark beeinträchtigt. Bundesweit liegt der Anteil bei 33 Prozent. Besonders deutlich werde der Unterschied zwischen den Geschlechtern: 42 Prozent der Mädchen geben bundesweit an, massiv unter Schulstress zu leiden – bei Jungen sind es nur 25 Prozent.
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„Hinter den Zahlen zu Schulstress stehen junge Menschen, die sich zwischen Leistungsdruck, Erwartungen und persönlichen Herausforderungen zurechtfinden müssen. Wir sollten ihnen vermitteln, dass Belastungen ernst genommen werden und es Unterstützung gibt, bevor aus dauerhaftem Stress eine ernsthafte psychische Beeinträchtigung entsteht“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Berlin und Brandenburg.

Grafik zur Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer.© Barmer Berlin/Brandenburg | Barmer Berlin/Brandenburg
Schulstress ist zwar die größte Belastung, aber bei Weitem nicht die einzige. In der Hauptstadtregion fühlen sich 20 Prozent der Jugendlichen durch Stress in der Familie stark beeinträchtigt. 17 Prozent leiden unter Einsamkeit, 16 Prozent unter psychischen Erkrankungen und 14 Prozent unter Stress im Freundeskreis. Fasst man die oberen Werte der Belastungsskala zusammen, berichten sogar 47 Prozent der Jugendlichen in der Region von starkem Schulstress.
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Psychische Belastungen: Mädchen leiden häufiger und stärker als Jungen
Auch bei den übrigen acht abgefragten Belastungsfaktoren zeigt die bundesweite Auswertung ein klares Muster: Mädchen sind durchgängig stärker betroffen als Jungen. „Die Ergebnisse der Sinus-Studie machen deutlich, dass psychische Belastungen nicht isoliert betrachtet werden können. Schulischer Druck kann mit familiären Problemen, Konflikten im Freundeskreis oder Einsamkeit zusammentreffen“, erklärt die Barmer-Landeschefin.

Leyh plädiert daher für eine gezielte Prävention. Niedrigschwellige Beratungsangebote, vertrauensvolle Ansprechpersonen und ein geschärftes Bewusstsein für psychische Belastungen könnten den Zugang zu Unterstützung erleichtern. In Berlin und Brandenburg sei es künftig von besonderer Bedeutung, junge Menschen ganzheitlich in den Blick zu nehmen.
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Für die Studie wurden bundesweit 2000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt, davon 180 aus der Region. Die Befragten sollten angeben, welche Aspekte ihr Leben beeinträchtigten. Neben Problemen in der Schule und im persönlichen Umfeld zählten Süchte, Mobbing und chronische Krankheiten zu den weiteren negativen Einflüssen. Eher seltener als „stark beeinträchtigend“ wurde „Stress in der Partnerschaft“ angesehen.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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