Hackerangriff auf Berlin: Wegner beim Basketballspiel
In einem der schlimmsten Cyberangriffe auf die Berliner Verwaltung wurde bekannt, dass Hacker im August versucht hatten, zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin zu erpressen. Die Berliner Landesregierung weigerte sich, der Forderung nachzukommen, und zahlte nicht. Am Freitag, nach Ablauf der Frist, wurden etwa 1,4 Millionen gestohlene Dateien im Darknet zum Download angeboten. Auf den veröffentlichten Daten prangte der Kommentar "Viel Spaß, Datenjäger", berichtete das Magazin "Spiegel".
Zu diesem Zeitpunkt war Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei der Eröffnung der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen, die zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder in Deutschland und konkret in Berlin stattfand. Dies bestätigte eine Sprecherin des Senats auf Anfrage, nachdem mehrere Medien über den Termin berichtet hatten. Obwohl Wegner physisch an der Veranstaltung teilnahm, sei er laut Aussagen der Senatskanzlei über die Situation in Bezug auf das Datenleck informiert geblieben.
Wegner war nicht allein, auch die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) war in der Halle anwesend. Ein Sprecher ihrer Senatsverwaltung erklärte dazu: "Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Sportsenatorin das Eröffnungsspiel besucht." Der Sprecher fügte hinzu, dass das Turnier die internationale Aufmerksamkeit auf Berlin lenkt, was insbesondere dem Frauenbasketball sowie den rund 22.000 aktiven Basketballerinnen und Basketballspielern in der Stadt zugutekomme.
Die Auswertung der gestohlenen Daten liegt in der Verantwortung der betroffenen Verkehrs- und Bauverwaltung sowie der Senatskanzlei und erfolgt nicht durch die Innen- und Sportverwaltung.
Wegner sieht sich seit Monaten scharfer Kritik gegenüber, insbesondere nach einem Vorfall zu Beginn des großen Stromausfalls im Januar, als er Tennis spielen ging und dies zu Anfang nicht öffentlich machte. Aufgrund der anhaltenden Diskussionen über seine Führung während der Krise gab er Mitte Juli seinen Rücktritt als Spitzenkandidat der CDU für die Abgeordnetenhauswahl bekannt.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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