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Ein Mann beim Pilates: Ein Blick hinter die Kulissen der Reformer-Methode

Markus S. · 15. August 2026, 06:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Ein Mann beim Pilates: Ein Blick hinter die Kulissen der Reformer-Methode

Sarah Yazigi hat eine motivierende und einladende Art, die sofort Vertrauen schafft. Bei meiner ersten Probestunde im Reformer-Pilates verlasse ich mich vollständig auf ihr Fachwissen. Die 34-Jährige, die seit Juni ihr Studio „Sound of Pilates“ in der Altstadt Köpenick betreibt, gibt mir hilfreiche Tipps und ermutigt mich während der Übungen.

Da ich keine Erfahrung im Pilates habe, beschränkten sich meine bisherigen Versuche auf ein paar YouTube-Videos zu Hause und einer kurzen Yoga-Einheit im Urlaub. Ich bin mir also bewusst, dass der Einstieg in das Reformer-Pilates eine Herausforderung sein wird.

Pilates ist ein effektives Ganzkörpertraining, das die Muskulatur stärkt, die Flexibilität verbessert und die Körperhaltung fördert. Diese Trainingsmethode kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden und wird auch in der Rehabilitation eingesetzt – insbesondere bei Rückenschmerzen.

Die Wurzeln des klassischen Pilates reichen zurück in die 1920er-Jahre, als der Deutsche Joseph Hubertus Pilates sein Studio in New York eröffnete. Dort entwickelte er ein Trainingsprogramm, das später weltweit als Pilates-Methode bekannt wurde.

Im Kurs erlebe ich, dass die Übungen auf dem Reformer, einem federbasierten Gerät, vielseitig sind. Die Federn können angepasst werden, um den Widerstand zu erhöhen oder zu verringern, sodass jeder die passende Intensität findet. Sarah erklärt mir, dass wir zunächst eine Haltungsanalyse durchführen, um meine individuellen Stärken und Schwächen zu identifizieren und gezielt Übungen auszuwählen.

Vor den Übungen fragt sie mich, ob ich Verletzungen habe. Ich verneine dies, ziehe aber Stoppersocken an, die für das Training obligatorisch sind, um das Risiko des Ausrutschens zu vermeiden.

Die erste Übung besteht darin, mich auf den Rücken zu legen, mich mit gleichmäßigen Bewegungen abzustoßen und zu rollen. Es erinnert mich an meine Zeit im Ruderverein, als ich noch aktives Mitglied war. Nach einigen Variationen und mit Unterstützung durch Schlaufen fühle ich mich besonders ungeübt, doch Sarah motiviert mich mit ihren positiven Kommentaren.

Männer sind im Pilates selten, erzählt mir die Trainerin. In ihrem Studio komme einmal pro Woche ein Mann, um mit einer Gruppe von Frauen zu trainieren. Dies findet Sarah wunderbar, da Männer oft dazu neigen, Schmerzen zu verbergen. Zudem merkt sie an, dass viele Männer nicht so flexibel sind. Auch ihr eigener Mann hat Schwierigkeiten zu zeigen, wie begrenzt seine Beweglichkeit ist, was sie mit einem Lächeln erzählt.

Obwohl die Übungen anstrengend sind, sind sie angenehm und nicht übermäßig belastend. In wenigen Minuten merke ich, wie mir der Schweiß auf der Stirn steht, was durch die sommerliche Wärme und die fehlende Luftzirkulation verstärkt wird.

Nach etwa 20 Minuten Training erbitte ich Sarah um eine ehrliche Einschätzung meiner Leistung. Sie bemerkt, dass ich meine Beine nicht vollständig strecken kann, was bei Männern häufig vorkommt. Mit mehr Stretching könnte sich meine Flexibilität jedoch verbessern, ermutigt sie mich.

Diese Rückmeldung überrascht mich nicht, da ich nie der gelenkigste Mensch war und meine sportlichen Aktivitäten eher auf Fußball ausgerichtet waren. Der Gedanke, eines Tages im Pilates ein Profi zu sein, scheint mir zwar fern, doch die Motivation, es weiter zu probieren, bleibt.

Am Ende des Trainings bringt mir Sarah einen positiven Abschluss: „Du bist nicht so schlecht, hast das toll gemacht“ –, was für mein erstes Mal auf diesem Gerät sehr ermutigend ist. Sie ermutigt mich, auch zu Hause mithilfe von Videos weiter zu trainieren. Für zu Hause gibt es sogar Pilates-Rollen, um die gleichen Übungen ohne Widerstand auszuführen. Ich bin neugierig und werde es ausprobieren.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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