Asbestproblematik in Neukölln sorgt für Chaos bei Mietern
In Berlin-Neukölln hat die Wohnungsbaugesellschaft Howoge am Mittwoch rund 100 Wohnungen kurzfristig räumen müssen, nachdem in einem Hausflur Asbest entdeckt wurde. Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Die betroffenen Bewohner der Häuser im Michael-Bohnen-Ring 12, 14 und 16, die zur High-Deck-Siedlung gehören, wurden in Ersatzunterkünfte untergebracht. Der Asbestbefund wurde während laufender Sanierungsarbeiten festgestellt und betrifft insgesamt 241 Wohnungen, von denen bereits einige leer standen oder von Bewohnern aufgrund von Strangsanierungen vorübergehend verlassen wurden.
Die Howoge stellte für die noch bewohnten Wohnungen möblierte Apartments sowie Hotelzimmer zur Verfügung. Mitarbeiter und Sozialarbeiter informierten die betroffenen Mieter persönlich und unterstützten sie bei dem Umzug. Das Unternehmen verteilte zudem Kontaktdaten und weitere Informationen in mehreren Sprachen.
Die Mieter äußerten jedoch Unmut über die kurzfristige Mitteilung und die unzureichende Vorbereitungszeit: „Es ist krass, was die Howoge ihren Mieter:innen zumutet!“ berichteten Bewohner im „Tagesspiegel“. Schon zuvor wurden die Wohnungen als „Großbaustelle“ beschrieben, und kritische Stimmen vergleichen die Wohnverhältnisse mit „wohnen wie im Knast“.
Eine Kiezinitiative aus der High-Deck-Siedlung hat sich ebenfalls zusammengefunden und einen offenen Brief an die Howoge sowie die Berliner Politik verfasst. Darin wurden unter anderem Schimmel, defekte Fenster und Heizungen als Probleme aufgeführt. Diese Initiative betont, dass bereits seit Wochen bekannt gewesen sei, dass in den Gebäuden Asbest vorhanden war. Christiane Quandt, Sprecherin der Initiative, bezeichnete die Situation als vermeidbares „Räumungschaos“ und kritisierte die mangelnde Planung und Kommunikation der Howoge.
Die Wohnungsbaugesellschaft hat unterdessen weitere Schadstoffmessungen in den betroffenen Wohnungen und Gemeinschaftsbereichen angeordnet. Derzeit ist unklar, wann die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, da die Zugänge nur nach vorheriger Absprache mit der Howoge gestattet sind, bis die Ergebnisse vorliegen.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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