Aus nach 60 Jahren: Autohaus König ist insolvent
Auf der eigenen Homepage wirbt das Autohaus König noch mit einer „Berliner Familiengeschichte zwischen Wachstum und Verantwortung“. Doch kurz nach seinem 60. Geburtstag in diesem Jahr steht eines der größten Unternehmen der Hauptstadt vor dem Aus. Das Berliner Traditionsunternehmen hat Insolvenz angemeldet.

Der Insolvenzantrag soll laut einer Hausmitteilung an die Beschäftigten am Mittwoch, 26. August 2026, gestellt worden sein. Die Bekanntmachung durch das Amtsgericht Charlottenburg vom Dienstag, 1. September 2026, hat das Aktenzeichen 3616 IN 5523/26. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Berliner Anwalt Rainer Eckert.
Noch im Vorjahr schrieb das Autohaus Rekordzahlen
Noch im ersten Quartal 2025 sei mit 11.600 verkauften Fahrzeugen ein Rekord aufgestellt worden. Auch der Werkstattumsatz sei in diesem Zeitraum auf 6,8 Millionen Euro gestiegen – ebenfalls ein Allzeithoch. Die bislang letzten offiziellen Zahlen (September 2023 bis August 2024) wiesen einen Umsatz von 570 Millionen Euro sowie einen Gewinn von rund 1,2 Millionen Euro aus.
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Nun stehen bundesweit 82 Niederlassungen, vor allem im Osten des Landes, vor der Schließung. Betroffen davon sind rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut „Welt“ wurden sie am 1. September per Hausmitteilung darüber informiert. Dort heißt es unter anderem: „An sämtlichen Standorten stehen Verkauf, Werkstätten, Ersatzteilversorgung und Service unseren Kundinnen und Kunden weiterhin zur Verfügung. Ihr Arbeitsverhältnis ist hiervon zunächst nicht berührt.“
Weiter wird berichtet, dass die „Autohaus Gotthard König GmbH“ zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung Verbindlichkeiten von mehr als 212 Millionen Euro gehabt haben soll. An liquiden Mitteln sollen jedoch nur 1,3 Millionen Euro sowie ein nicht abgerufenes Kreditdarlehen in Höhe von 250.000 Euro vorhanden gewesen sein.
Bereits jetzt arbeite man jedoch mit den Partnern Renault und Stellantis „mit Nachdruck an einer tragfähigen Lösung für die Fortführung unseres Unternehmens“, wie es in der Hausmitteilung weiter heißt.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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