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Bäckerin Chechendaieva eröffnet „Paskal“-Filiale in Berlin

Markus S. · 30. Juli 2026, 15:26 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Bäckerin Chechendaieva eröffnet „Paskal“-Filiale in Berlin

Seit 2022 haben über eine Million Menschen aus der Ukraine Zuflucht in Deutschland gesucht, viele von ihnen erreichten im ersten Jahr den Berliner Hauptbahnhof. Unter ihnen war auch Lena Chechendaieva, die 2022 dem Krieg in der Ukraine entkam. In ihrer Heimat ließ sie ein Restaurant und mehrere Bäckereien zurück. Vier Jahre später hat die 35-Jährige nun ihre vierte Bäckerei in Berlin-Mitte eröffnet.

Die Eröffnung hat eine bittersüße Geschichte. Als Lenas Bruder Paskal 2023 an der Front fiel, beschloss sie, ihm eine Bäckerei in Berlin zu widmen. Paskal, erst 24 Jahre alt, liebte die selbstgemachten Croissants und Käsekuchen seiner Schwester. „Ich bereite alles von Hand zu und verwende die beste französische Butter“, erklärt sie stolz.

In der „Paskal“-Bäckerei finden Gäste neben Croissants auch Choux (dt. Windbeutel) und hausgemachte Limonade. Die Croissants können zudem pikant belegt werden, etwa mit Brie, Jamón, Lachs oder gegrillten Paprika mit Pesto. Auf die Frage nach Kalorien antworte Lena humorvoll: „Ich sage ihnen, sie sollen mich ansehen: Ich esse täglich meine eigenen Produkte, das ist meine Diät.“ Sie ist auch Mutter von drei Töchtern und lacht, als sie sagt, „Auf jeden Fall“ halte sie die Croissants schlank.

Unter den Mitarbeitern ist auch Margarita Zaytseva, die 2023 mit ihrem Mann, einem Menschenrechtsaktivisten, aus Russland fliehen musste. In Berlin beginnt das Paar ein neues Kapitel. Ihre Sehnsucht nach Frieden wird durch eine Tätowierung auf ihrem Arm, die das russische Wort „Mir“ (Frieden) zeigt, verdeutlicht. Dieses Wort trägt auch ihr Hund, der ihr als ständige Erinnerung an ihre Lebensziele dient.

Ob Lena sich noch Nachrichten über den Krieg anschaut? „Nein!“, sagt sie entschieden und ergänzt, dass sie nur gelegentlich nach dem aktuellen Stand in der Ukraine sucht. Glaubt sie, dass ihr Bruder stolz wäre, eine nach ihm benannte Bäckerei zu sehen? „Ja! Er beobachtet mich sicher von oben und ist glücklich über den Erfolg meiner Backwaren.“

Zur Eröffnung der „Paskal“-Bäckerei kamen auch zwei Schwestern aus der Ukraine, Yuliya und Karina, die seit der Invasion im Februar 2022 nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten. Jetzt lebt Yuliya mit ihrem deutschen Mann in Berlin. Neun Monate nach ihrer Geburt verlor sie ihr Baby, und auf die Obduktionsergebnisse wartet sie noch immer. Trotz dieser Tragödie und dem Krieg versuchen beide Schwestern, das Positive zu sehen. Zusammen mit ihrem Mann haben sie die Eventreihe „Borsch-Connection“ ins Leben gerufen, um Ukrainer und Deutsche zusammenzubringen.

Auf die Frage, ob es typisch für Ukrainer sei, unter solch schwierigen Bedingungen weiterzumachen, sagt Yuliya: „Ja, das ist typisch. Es ist unser Überlebensinstinkt.” Lena, Yuliya und Karina genießen anschließend ein Croissant und einem Windbeutel, Entschlossenheit und Freude strahlend, während sie sich von Putins Krieg nicht die Lebensfreude nehmen lassen wollen.

Die Bäckerei „Paskal“ ist in mehreren Stadtteilen Berlins zu finden: Prenzlauer Berg (Kollwitzstraße 66), Friedrichshain (Grünberger Straße 85), Charlottenburg (Meinekestraße 25) und Mitte (Almstadtstraße 5). Gäste können dort täglich zwischen 10 und 20 Uhr ihre Leckereien genießen, einige Standorte bereits ab 8:30 Uhr. Informationen zur Speisekarte sind online verfügbar.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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