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Bahnverbindung Berlin–Hannover bis Ende 2027 unterbrochen

Markus S. · 28. September 2026, 08:32 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 4 Aufrufe
Bahnverbindung Berlin–Hannover bis Ende 2027 unterbrochen

Ab Freitag, den 2. Oktober 2026, erwartet die Fahrgäste der Deutschen Bahn eine erneute große Herausforderung. Zwischen Berlin und Hannover wird es erheblich eingeschränkte Verbindungen geben, die Reisende dazu zwingen, bis zu eineinhalb Stunden mehr Zeit für ihre Reisen einzuplanen. Diese Umstellungen sind Teil der umfassenden Generalsanierung der Strecke Berlin-Lehrte, die voraussichtlich über einen Zeitraum von etwa 14 Monaten durchgeführt werden.

Alle Fernzüge auf der Verbindung zwischen Berlin und Hannover werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Insbesondere betroffen sind Verbindungen, die zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen verlaufen und üblicherweise die Strecke über Hannover nutzen. Tagsüber werden in einem Zwei-Stunden-Zeitraum mindestens drei Fernzüge in jede Richtung unterwegs sein.

Im Rahmen der rund 227 Kilometer langen Strecke Berlin-Lehrte werden mehr als 214 Weichen, 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzanlagen erneuert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Fernverkehr mittelfristig zuverlässiger und pünktlicher zu gestalten. Zudem wird die Bahn 27 Bahnhöfe modernisieren und einige von ihnen barrierefrei ausbauen. Sechs Stellwerke werden ebenfalls grundlegend überarbeitet.

Ursprünglich war geplant, dass ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 zumindest ein Teil der Fernzüge wieder direkt zwischen Berlin und Hannover fahren könne, und zwar eingleisig über die alternative Stammbahn. Doch die Elektrifizierung dieser Parallelstrecke verzögert sich und wird nun ebenfalls bis Dezember 2027 dauern – ein Jahr länger als ursprüglich vorgesehen.

Die Auswirkungen der Generalsanierungsarbeiten betreffen nicht nur den Fernverkehr, sondern auch den regionalen und Güterverkehr. Die Deutsche Bahn informiert, dass ein verlässliches Grundangebot eingerichtet werden soll. Wo es keine Züge gibt, wurden leistungsfähige Busverbindungen als Ersatzverkehr eingeplant, um die negativen Folgen für die Reisenden zu minimieren. Die Züge sollen so nah wie möglich an den gesperrten Streckenabschnitten fahren.

Von den Bauarbeiten sind auch mehrere Regionalbahnlinien betroffen, darunter:
- RE4 zwischen Stendal und Rathenow auf dem Abschnitt zwischen Stendal und Wustermark; hier wird es einen Busersatzverkehr geben.
- RB21, deren Abschnitt Wustermark-Rathenow ebenfalls betroffen ist und die auch Ersatzverkehr bereitstellen wird.
- RB34 zwischen Stendal und Rathenow, wo ebenfalls der reguläre Zugverkehr ausfällt.

Die Reintegration des Nahverkehrs wird von Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) kritisch verfolgt. Er äußerte Bedenken darüber, dass der Ersatzverkehr mit Bussen nicht optimal organisiert sei. Crumbach appellierte an die Deutsche Bahn, Schienenersatzverkehr ab Nennhausen anstelle von Wustermark einzurichten, um Pendler zu entlasten.

Zusätzlich wurde bekannt, dass der Güterverkehr ebenfalls umgeleitet wird und für eine gesteigerte Kapazität vorbereitet werden muss. Ab Ende Januar 2027 steht dann eine zusätzliche Umleitungsstrecke über Halle‑Eichenberg zur Verfügung, die aktuell modernisiert wird. Diese Bauprojekte sollen langfristig dazu beitragen, dass die Deutsche Bahn bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 stark beanspruchte Streckenkorridore umfassend sanieren kann, um die Zuverlässigkeit im Schienennetz zu verbessern. Nach jüngsten Problemen bei zwei ähnlichen Sanierungsprojekten hat Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, die bisherigen Zeitpläne und Konzepte zu überarbeiten.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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