Streckensperrung Berlin–Hannover: Zugreisende vor großen Herausforderungen
Ab dem frühen Freitagmorgen, den 2. Oktober 2026, verkehren keine Züge mehr zwischen Berlin und Hannover. Laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn wurde die Strecke für umfangreiche sanitäre Maßnahmen außer Betrieb genommen. Diese Sperrung wird mindestens 14 Monate andauern.
Fernzüge werden während dieser Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet, wodurch sich die Fahrzeit um etwa 80 Minuten verlängert. Dies betrifft auch alle Verbindungen von Berlin nach Nordrhein-Westfalen, die normalerweise über Hannover reisen. Insbesondere für Fahrgäste von und nach Wolfsburg entfallen bis zum Jahresende sämtliche Fernzüge. Stendal wird ebenfalls nicht mehr als Halt für ICEs angeboten. Unklar bleibt, ob diese Regelung auch im Jahr 2027 bestehen bleiben wird. Im Gegenzug erhält Magdeburg drei zusätzliche ICE-Verbindungen in Richtung Hannover, Nordrhein-Westfalen sowie nach und von Berlin.
Im Regionalverkehr müssen Pendler häufig auf Ersatzbusse umsteigen. Die betroffenen Regionalbahnlinien umfassen:
- RE4 (Stendal–Rathenow–Berlin–Jüterbog): Zugverkehr zwischen Stendal, Rathenow und Wustermark fällt aus, stattdessen gibt es Bus-Ersatzverkehr.
- RB21 (Potsdam–Golm–Wustermark–Berlin-Spandau): Die Strecke zwischen Wustermark und Rathenow ist ebenfalls betroffen, hier wird ebenfalls auf Busse umgestiegen.
- RB34 (Stendal–Rathenow): Hier fällt der reguläre Zugverkehr aus und wird durch Busse ersetzt.
- Der RE6 ist indirekt betroffen, da ab Oktober die RB21 den Abschnitt Hennigsdorf–Berlin-Charlottenburg übernimmt, während zwischen Wittenberge und Hennigsdorf das reguläre Angebot bestehen bleibt.
Die umfassende Sanierung umfasst die Erneuerung von hunderten Kilometern Weichen, Gleisen und Oberleitungen sowie die Modernisierung von rund zwei Dutzend Bahnhöfen. Ein Hauptgrund für die lange Sperrung ist die Erneuerung von über 50 Kilometern fester Betonfahrbahn in der Umgebung von Stendal.
Ursprünglich sollten die Fernzüge ab dem Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres über die Lehrter Stammbahn fahren, die parallel zur Sanierungsstrecke verläuft. Die Elektrifizierung dieser Verbindung verzögert sich jedoch erheblich und soll erst im Dezember 2027 abgeschlossen sein. Die Deutsche Bahn plant, bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend zu renovieren, um die Zuverlässigkeit im Schienennetz zu erhöhen. Nach Problemen und Verzögerungen bei zwei vorherigen Sanierungsprojekten hat die Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, die Planungen zu überprüfen und Zeitpläne anzupassen.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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