Berlin-Chemie plant neues Logistikzentrum in Brandenburg
Das Pharmaunternehmen Berlin-Chemie verlagert seine Logistik und investiert in ein neues Logistikzentrum in Halbe (Dahme-Spreewald), in Zusammenarbeit mit dem Immobilienentwickler Panattoni. Der geplante Standort soll den derzeitigen, angemieteten Platz in Großbeeren (Teltow-Fläming) ersetzen, wie die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet.
Für die Mitarbeiter ist der Umzug mit keinen Nachteilen verbunden, Entlassungen sind nicht vorgesehen. Die Angestellten sollen nach Halbe wechseln, stellt die von Berlin-Chemie engagierte PR-Agentur Barabino klar. Das neue Logistikzentrum wird die Berliner Produktion mit Materialien versorgen und die dort hergestellten Arzneimittel sowohl national als auch international versenden.
Das Bauvorhaben umfasst ein 5,3 Hektar großes Grundstück im Gewerbegebiet an der Sonnenallee. Nach Unternehmensangaben gibt es bereits eine Baugenehmigung. Der Baubeginn ist für das nächste Jahr geplant, wobei knapp 2,9 Hektar für Lager- und Büroflächen in einem modernen, energieeffizienten Gebäude vorgesehen sind. Berlin-Chemie schätzt die Investition auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag, mit dem Ziel, den Betrieb bis 2028 zu starten.
Mit dieser neuen Einrichtung möchte das Unternehmen seine Logistikprozesse zentralisieren. Momentan nutzt Berlin-Chemie in Großbeeren zwei Gebäude, die sich nicht allzu nah beieinander befinden. Das neue Zentrum soll eine effizientere Lagerung und Logistik ermöglichen, wurde aus der PR-Agentur in deren Namen mitgeteilt.
Der Bau ist für die Gemeinde Halbe als wirtschaftliche Perspektive angesehen. Bürgermeister Sandro Kracht (BVB/Freie Wähler) hat das Interesse des Unternehmens begrüßt. „Dass ein Unternehmen aus der Region nach Halbe kommen möchte, ist zunächst ein positives Signal“, sagte er.
Allerdings bleibt abzuwarten, welche konkreten Vorteile die Gemeinde aus diesem Vorhaben ziehen kann. Kracht äußert Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur, die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen und die tatsächliche Schaffung von Arbeitsplätzen. Aktuell rechnet Berlin-Chemie mit einer mittleren bis hohen zweistelligen Beschäftigtenzahl in Halbe, wobei nicht klar ist, wie viele neue Positionen zusätzlich zur bestehenden Belegschaft geschaffen werden könnten.
Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts ist laut Berlin-Chemie die gute Lage und Anbindung. Das Gewerbegebiet an der Sonnenallee hat insgesamt etwa 35 Hektar Fläche und liegt direkt an der Landesstraße 74. Die Anbindung zur A13, etwa 2,5 Kilometer entfernt, ist ebenfalls schnell zu erreichen, und der Flughafen BER ist in weniger als 25 Minuten mit dem Auto erreichbar.
Das Gewerbegebiet entwickelt sich verstärkt zu einem Standort für Logistik und Gewerbe. Im Osten betreibt die Sonderposten-Kette Thomas Phillips ein Logistikzentrum, westlich haben sich Firmen wie Hanusch Transport und Dross-Boote niedergelassen. Der Projektentwickler Panattoni hatte im Jahr 2023 rund zehn Hektar Fläche in diesem Gebiet gekauft und zählt zu den führenden Entwicklern von Industrie- und Logistikimmobilien in Europa.
Mit der Ansiedlung von Berlin-Chemie kommt ein bedeutender Nutzer hinzu. Ob die Gemeinde Halbe langfristig von diesem Vorhaben profitiert, wird jedoch erst sichtbar werden, wenn der neue Standort in Betrieb ist.
- Verzögerte Baustelle am Breitscheidplatz belastet Händler
- Charité-Ärzte erhalten 5,4 Prozent mehr Gehalt
Über den Autor
Peter analysiert die wirtschaftlichen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg - von Start-ups und Mittelstand bis zu internationalen Unternehmen. Er interessiert sich besonders für Innovation, nachhaltiges Wachstum und die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf den Wirtschaftsstandort Hauptstadt.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!