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Werner Graf: Der Spitzenkandidat der Grünen zur Berlin-Wahl 2026

Markus S. · 08. September 2026, 10:12 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Werner Graf: Der Spitzenkandidat der Grünen zur Berlin-Wahl 2026

Mehr als ein Jahr vor den Wahlen in Berlin haben die Grünen frühzeitig für Klarheit gesorgt, indem sie sich als erste Partei auf einen Spitzenkandidaten geeinigt haben. Werner Graf, der derzeitige Fraktionsvorsitzende, wurde ausgewählt, um bei der Berlin-Wahl 2026 gemeinsam mit Bettina Jarasch in den Wahlkampf zu ziehen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Graf, falls das Ergebnis es zulässt, als neuer Regierender Bürgermeister ins Rote Rathaus einziehen soll.

Wer ist dieser Mann, dem die Grünen ihr Vertrauen schenken? Und welche Kritik gab es innerhalb der Partei an seiner Nominierung? Werner Graf und Bettina Jarasch, beide Fraktionsvorsitzende der Grünen, werden als Spitzenduo in den anstehenden Wahlkampf ziehen.

Werner Graf, 45 Jahre alt und gebürtig aus Neumarkt in der Oberpfalz, zog 2002 das erste Mal nach Berlin. Nach Aufenthalten in Bremen, Tel Aviv und Istanbul lebt er seit 2010 dauerhaft in der Hauptstadt. Seiner Meinung nach konnte er hier als schwuler Mann ein selbstbestimmtes Leben führen, wobei er jedoch anmerkt, dass die Mieten inzwischen untragbar geworden sind und Übergriffe auf queere Menschen zugenommen haben. "Berlin steht an einem Scheidepunkt", äußerte er sich in einem Interview mit der Berliner Morgenpost im Juli 2025. "Ich möchte dazu beitragen, dass es wieder besser wird."

Graf, der den linken Parteiflügel vertritt, betont jedoch, dass er sich nicht darauf beschränken lassen möchte. Er pflegt den Dialog sowohl mit Vertretern von Fridays for Future als auch mit Kai Wegner von der CDU. „Ich bin so aufgewachsen, dass man die Meinung des Gegenübers respektiert, auch wenn man nicht einverstanden ist“, erklärt er. Sein Führungsstil wird als moderierend und ausgeglichen beschrieben, wobei er stets auf Augenhöhe mit den Menschen agieren möchte. Für den Wahlkampf plant er, Themen wie Verkehr, Klima und Mieten in den Vordergrund zu rücken, und betont die Wichtigkeit sozialer Belange.

Graf, der als Arbeiterkind der Erste in seiner Familie ist, der studiert hat, möchte eine Politik vertreten, die im Dialog mit den Bürgern stattfindet. "Berlin ist eine Stadt der Menschen, in der vieles oft trotz der Politik funktioniert", so sein Credo. Im Gegensatz zu der schwarz-roten Koalition, die er kritisiert, will er näher an der Stadtgesellschaft regieren.

In Bezug auf vergangene Fehler, insbesondere die Fokussierung auf die Friedrichstraße im Wahlkampf zur Berlin-Wahl 2023, erklärte er, dass solche Ansätze nicht wiederholt werden dürfen. Er wolle beim Thema Verkehrswende eher zusammenarbeiten, denn seiner Meinung nach lässt sich das nur im Miteinander erreichen.

Während er mit Jarasch als Team fungiert, soll er als Ansprechpartner für verschiedene Bewegungen und Initiativen auftreten. Obwohl er persönlich gut mit Kai Wegner auskommt, wird er als Gegenentwurf zu ihm positioniert, da die Grünen Wegner vorwerfen, die soziale Infrastruktur in Berlin zu gefährden.

Die Wahl von Graf als Spitzenkandidat war nicht unumstritten. Innerhalb der Partei gab es Bedenken, vor allem im realpolitischen Bereich. Andreas Otto äußerte sich im Juli 2025 verwundert darüber, dass die Entscheidung von einem kleinen Kreis getroffen wurde, ohne ein breites Auswahlverfahren. Er hätte sich gewünscht, dass Kandidaten sich den Mitgliedern in allen zwölf Bezirken vorstellen können.

Silke Gebel, ebenfalls aus dem realpolitischen Lager und einstige Mitbewerberin um die Spitzenkandidatur, zeigte sich positiv in Bezug auf die Parteiaufstellung und erklärte, dass es wichtig sei, ein Team zu haben, das die Partei umfassend mobilisieren kann. Ihrer Meinung nach können dies Bettina Jarasch und Werner Graf erreichen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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