75 Jahre Berliner Festspiele: Ein Jubiläum voller Kunst und Diskussionen
In diesem Jahr feiern die Berliner Festspiele mit einem vielfältigen Programm ihr 75-jähriges Jubiläum. Zu den Highlights gehören eine Performance von Marina Abramović sowie ein Gespräch mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Daneben werden auch Ringbahn-Performance-Touren und eine Aufführung eines Stücks von Strawinsky, das im Rahmen des Musikfests Berlin mit Marionetten präsentiert wird, angeboten. Die Festspiele, die 1951 von den Alliierten als Alternative zu den DDR-Weltfestspielen gegründet wurden, gelten als „Bollwerk und Gegenentwurf der freien Welt im Kalten Krieg“, wie der Intendant Matthias Pees am Dienstag in Gesundbunnen erklärte.
Marina Abramovićs Ausstellung „Balkan Erotic Epic“ im Gropius Bau endet am Sonntag. Die international bekannte Performance-Künstlerin wird jedoch im Oktober im Rahmen der Berliner Festspiele eine Bühnenfassung ihrer Ausstellung präsentieren. Laut Abramović wird es sich um ein dreistündiges Theaterstück handeln, das einen zentralen Teil ihres künstlerischen Schaffens und ihrer Lebensgeschichte verkörpert. Sie hofft, dass dieses Projekt als Brücke in Zeiten politischer Herausforderungen in Europa dienen könne.
Die Themenwoche „Reflexe & Reflexionen“ wird von dem Schriftstellerpaar Saba-Nur Cheema und Meron Mendel kuratiert. Der Talk, der vom 27. bis 30. August stattfinden wird, behandelt das Thema „Die große Unordnung“. Unter den 27 Gesprächspartnern wird auch Angela Merkel vertreten sein, wobei das Event bereits ausverkauft ist. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Zukunft von Kunst und Meinungsfreiheit in einer Zeit, in der internationale Abkommen und Völkerrecht in Frage gestellt werden.
Der Theaterregisseur Akira Takayama hat sich zwei Jahre lang damit beschäftigt, wie die Berliner Festspiele vom Westen in den Osten der Stadt übertragen werden können. Dabei entwickelte er die Performance „What if Berlin“, für die es sechs verschiedene Ringbahn-Touren gibt, die von 27 unterschiedlichen Guides geleitet werden. Diese Touren kosten 12 Euro (ermäßigt 10 Euro) und befassen sich unter anderem mit identitätsstiftenden Fragen wie „Wer ist Berliner?“. Die Tour F wird zudem musikalisch mit Liedern von Marlene Dietrich und einer Rede von Bertolt Brecht aus dem Jahr 1956 begleitet.
Die Ausstellung „Dabei sein und nicht schweigen“ der DDR-Widerstandskünstlerin Gabriele Stötzer ist noch bis zum 6. Dezember im Gropius Bau zu sehen. Stötzer beschreibt sich selbst als „die Unbekannte aus dem Land, das es nicht mehr gibt“ und dies ist ihre erste große institutionelle Einzelausstellung in Berlin. Bereits in den 1980er Jahren war sie aktiv im künstlerischen Untergrund der DDR tätig und wurde von der Stasi als „Krallenhand des Feindes“ bezeichnet. Nach ihrer einjährigen Haftstrafe setzte sie ihr Engagement fort.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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