Klimaschützer fordern Hitzeschutz-Gipfel in Berlin
Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben zahlreiche Aktivisten für verstärkten Hitzeschutz und Klimamaßnahmen demonstriert. Rund 60 Personen waren am Donnerstag vor Ort und hielten Banner mit Slogans wie „Europa brennt. Regierung pennt.“
In einem eindringlichen Appell fordern 36 Organisationen, включая die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Fridays for Future, den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Greenpeace sowie den Deutschen Mieterbund und WWF Deutschland die Einberufung eines Hitzegipfels. Auch die Grünen schlossen sich diesen Forderungen an.
Auf dem geplanten Hitzegipfel sollen Vertreter aus verschiedenen Bereichen wie Bevölkerungsschutz, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Klimawissenschaft Gehör finden, damit die Regierung auf die „herausragende Gefährdung“ durch die Klimakrise reagieren kann. Luisa Neubauer, Klimaaktivistin von Fridays for Future, bezeichnete den Appell als „historisch“ und unterstrich: „Die Kosten für das Verschleppen von Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen, die tragen wir alle.“
Die AWO-Vorständin Claudia Mandrysch äußerte, dass die Auswirkungen der Klimakrise nicht alle gleichermaßen betreffen. Besonders gefährdet sind demnach die Älteren, Pflegebedürftige, Kleinkinder und Wohnungslose, die oft keine Mittel haben, um sich vor Hitze zu schützen. In einem Fünf-Punkte-Papier der Organisationen werden die notwendigen politischen Maßnahmen benannt. Sie verlangen unter anderem, dass der Schutz vor Gefahren durch die Klimakrise im Grundgesetz als Gemeinschaftsaufgabe verankert wird.
Eine BUND-Sprecherin erklärte, dass die Gemeinschaftsaufgaben „Kommunaler Klimaschutz“ und „Naturschutz und Klimaanpassung“ in Artikel 91a des Grundgesetzes verankert werden sollten. Dies würde sicherstellen, dass Länder, Kommunen und soziale Einrichtungen dauerhaft über ausreichende Mittel verfügen.
Dr. Max Bürck-Gemassmer, Allgemeinmediziner und Vertreter des Klimabündnisses Health for Future, warnte bei der Protestaktion außerdem vor den gesundheitlichen Risiken durch hohe Temperaturen. Er wies auf die Hitzewellen im Juni und Juli 2026 hin, die gravierende Folgen für die öffentliche Gesundheit hatten. Zudem verwies er auf aktuelle RKI-Daten, wonach die Zahl der Hitzetoten in Deutschland weiter steigt. Schätzungen zufolge sind in diesem Jahr rund 11.900 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. Bürck-Gemassmer erwähnte auch eine Erklärung der Planetary Health Allianz, in der über 80 europäische Gesundheitsorganisationen einen intensiveren Einsatz der EU für Klima- und Hitzeschutz fordern. Für den späten Nachmittag kündigte Fridays for Future eine weitere Demonstration vor dem Bundeskanzleramt an.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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