BVG bereitet Berliner auf Baustellen-Chaos vor
In Prenzlauer Berg wohnen drei verschiedene Menschentypen: Diejenigen, die Angst vor dem bevorstehenden Großprojekt an der Schönhauser-Allee-Brücke haben, die, die die Augen davor verschließen, und die, die bislang völlig unberührt von der drohenden Baustelle geblieben sind.
Die Schönhauser-Allee-Brücke stellt einen zentralen Verkehrsknotenpunkt in Pankow dar. Oben verkehren die U-Bahn, während unten die Tram, Autos und Radfahrer unterwegs sind. Ganz unten befinden sich die Ringbahn und der Regionalverkehr. Aufgrund des schlechten Zustands der Brücke muss diese abgerissen und neu errichtet werden. Erste Bauarbeiten haben bereits begonnen, mit den umfassenden Arbeiten, die 2028 starten, wird es dann vier Jahre lang zu Baustellen, Sperrungen und Ersatzverkehr kommen. Viele Bewohner in Prenzlauer Berg blicken der Baustelle bereits genervt entgegen.
Um den bevorstehenden Schock zu mildern, hat sich die BVG eine ungewöhnliche Strategie ausgedacht: Sie möchte die Anwohner mental auf die große Baustelle vorbereiten. Und wie soll das geschehen? Mit einer Vielzahl kleinerer Baustellen in der Umgebung. Derzeit gibt es in Prenzlauer Berg ein reges Baustellenaufkommen. Die M1 und die 12 werden mit Ersatzbussen bedient, und zur Hauptbahnhof-Connection benötigt man mit der M10 zwei Umstiege. Zudem wird die U2 den Senefelderplatz ab dem 15. November nicht mehr anfahren; nachts wird dann auf dieser Strecke nur Busverkehr angeboten.
An der Kreuzung Eberswalder Straße sind die panischen Blicke der Passanten deutlich zu erkennen. Die Überforderung steht vielen ins Gesicht geschrieben, während sie versuche, die aufgerissene Straße zu überqueren und ihren Weg durch die engen Gassen zwischen zahlreichen Fahrrädern und Fußgängern zu finden. Die BVG vermittelt den Eindruck: Wenn ihr diese kleinen Herausforderungen meistert, werdet ihr auch die vierjährige Großbaustelle bewältigen können!
- BVG startet Kältehilfe-Aktion für Obdachlose in Berlin
- Lebenserwartung in Berlin: Anstieg und Vergleich mit anderen Bundesländern
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!