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Koalitionsverhandlungen: Linke stimmen für Zusammenarbeit

Markus S. · 31. Oktober 2026, 15:55 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 5 Aufrufe
Koalitionsverhandlungen: Linke stimmen für Zusammenarbeit

Nach intensiven Diskussionen und Abstimmungen auf dem Parteitag haben die Linken für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der SPD und den Grünen votiert. In einer offenen Wahl sprach sich die große Mehrheit der Delegierten dafür aus, während nur etwa zehn Gegenstimmen und einige Enthaltungen verzeichnet wurden.

Die Verhandlungsführer für die Sondierungen werden sich ab Montag mit den Vertretern von SPD und Grünen im Abgeordnetenhaus zusammentreffen. Ein kleines Bündnis von Regierungsgegnern, unter anderem angeführt von der kontroversen Abgeordneten Vanessa Emde, konnte die Mehrheitsmeinung auf dem Parteitag nicht beeinflussen. Besonders umstritten war die Diskussion um die Definition von Antisemitismus im Sondierungspapier, bei der ein Drittel der Delegierten gegen den Text stimmte.

Ein entscheidender Antrag zur Kritik an der Bekämpfung von Antisemitismus, aufgestellt vom Bezirksverband Steglitz-Zehlendorf, wurde mit Unterstützung von zwei Dritteln der Delegierten abgelehnt. Kerstin Wolter, die Landesvorsitzende, warnte, dass die Zustimmung zu diesem Antrag die Koalitionsgespräche gefährden könnte.

Parteivorsitzende Ines Schwerdtner bezeichnete die Möglichkeit einer Linksregierung als "historische Chance" und ermutigte die Delegierten, trotz bestehender Skepsis aktiv zu sein. Sie appellierte an alle Abgeordneten, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und auf gemeinsamen Beschlüssen zu bestehen.

Vanessa Emde trat während einer Demonstration vor dem Parteitag auf und erhielt viel Zuspruch für ihre Forderungen, den Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen" konsequent umzusetzen. Ihre Aussagen zur Unterstützung Palästinas riefen gemischte Reaktionen hervor. Sie betonte: "Keine Koalition ohne Vergesellschaftung, keine Koalition ohne Palästinasolidarität."

Draußen protestierten etwa 70 Menschen gegen die Linke und die Koalitionsverhandlungen, während sie Rufe wie "Viva Palästina" anstimmten. Innerhalb der Delegation gab es jedoch zunehmend Einigkeit über die Notwendigkeit, die Sondierungsgespräche fortzusetzen.

In ihrer Rede thematisierte Elif Eralp die Herausforderungen und die nötige Ausrichtung der Linken auf die Bedürfnisse der Menschen und betonte das Vorhaben, die Wohnungsfrage in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Sie ermutigte zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Innere und äußere Angriffe.

Maximilian Schirmer, Co-Landeschef, thematisierte sowohl den Umgang mit der Medienberichterstattung über Eralp als auch die Spannungen innerhalb der Partei. Er forderte dazu auf, die Polarisierung in der Stadt nicht zusätzlich zu verschärfen und sich auf die gemeinsamen Ziele zu konzentrieren.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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