18-Jähriger wegen Überfällen über Grindr zu 6 Jahren Haft verurteilt
Eine Serie schwerer Überfälle hat in Berlin ihren rechtlichen Abschluss gefunden. Am 9. Mai begann ein 18-Jähriger seine kriminellen Aktivitäten über die Dating-App Grindr, indem er sich mit anderen Männern traf. Anstatt jedoch einvernehmliche sexuelle Begegnungen zu haben, kam es zu Gewalt und Diebstahl. Der Angeklagte, zusammen mit Komplizen, raubte seinen Opfern Handys, Bargeld sowie EC-Karten. Das Landgericht Berlin sprach den jungen Mann in sechs von sieben Anklagepunkten schuldig.
Die Richter entschieden, dass der 18-Jährige eine Jugendstrafe von sechs Jahren ohne Bewährung erhalten soll. Laut ersten Berichten des „Tagesspiegels“ erpresste der Angeklagte seine Opfer durch körperliche Gewalt und Drohungen, wobei er Beute im Wert von etwa 9600 Euro erlangte. Daher wurde er unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
In der Gerichtsverhandlung äußerte ein 25-jähriges Opfer, dass es sich mit dem Angeklagten zu sexuellen Handlungen verabredet hatte. Laut seiner Aussage drangen dann jedoch drei Personen gewaltsam in seine Wohnung ein. Nachdem er den Tätern versehentlich eine falsche PIN für sein Konto gab, wurde er sofort ins Gesicht geschlagen. Ein weiterer Geschädigter berichtete: „Ich wurde geschlagen, wenn ich nicht pariert habe.“
Der Verteidiger des Täters erklärte zu Beginn der Verhandlung, sein Mandant habe seine Mitverantwortung für sechs der sieben Überfälle zugegeben. „Er war anwesend und in den Wohnungen“, sagte der Anwalt. Der Angeklagte äußerte sich ebenfalls und entschuldigte sich bei einem der betroffenen Opfer: „Was wir getan haben, tut mir leid“. Seine Taten endeten mit seiner Festnahme am 5. Juni.
Alfonso Pantisano, der Queerbeauftragte Berlins, begrüßte das konsequente Urteil auf Instagram und wies darauf hin, dass auch die Opfer an die Folgen denken müssen. „Ich denke heute vor allem an die Geschädigten, die womöglich nie wieder angstfrei ein Date eingehen können“, so Pantisano. Er kritisierte die Verschwendung von Leben und Chancen durch den Täter und seine Komplizen, nicht nur durch die Bestrafung durch die Justiz, sondern durch ihre eigenen Entscheidungen, brutale Gewalt zu verüben.
- Mann in Mitte randaliert und lässt Gegenstände aus dem Fenster fallen
- Barfußläufer aus Berlin kämpft fürs Schuheinkaufen ohne Schuhe
Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!