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Festival für Freiraum: Tempelhofer Feld im Fokus

Markus S. · 04. September 2026, 17:19 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Festival für Freiraum: Tempelhofer Feld im Fokus

Am Freitagnachmittag wurde in der Alten Feuerwache auf dem Tempelhofer Feld das Festival für ein freies Tempelhofer Feld eröffnet. Ziel der Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ ist es, das Feld als wertvollen Freiraum in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken, insbesondere drei Wochen vor der Wahl in Berlin. Zu der Veranstaltung versammelten sich zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft, um sich gegen eine Bebauung des Areals zu positionieren.

Die Schauspielerin Jella Haase, die sich aktiv an der Organisation des Festivals beteiligt, bekräftigte: „Das Tempelhofer Feld ist ein ganz besonderer Ort, der allen gehört. Wenn das Feld bebaut wird, ist es nur noch ein Ort, der wenigen gehört.“ Sie äußerte Bedenken gegenüber den Veränderungen, die Berlin in den letzten Jahren durch falsche Entscheidungen erfahren habe, und betonte, dass das ursprüngliche Gefühl der Freiheit am Ort verloren gehe. Gemeinsam mit den Veranstaltern spricht sie sich gegen die Pläne der CDU aus, die eine Randbebauung mit Wohnungen anstrebt.

Die politische Diskussion um den Wohnungsbau auf dem Tempelhofer Feld ist hitzig. Seit einem Volksentscheid im Jahr 2014 ist das Gebiet für eine Bebauung gesperrt, jedoch befürwortet die CDU dennoch eine Entwicklung am Rand des Feldes. Stefan Evers, der Spitzenkandidat der CDU, hatte zuletzt in einer Diskussionsrunde der Berliner Morgenpost betont, es sei nicht nachvollziehbar, dass im östlichen Berlin viele Freiflächen bebaut würden, während das Tempelhofer Feld frei bleibe.

Die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ vertritt jedoch eine andere Sichtweise. „Das Tempelhofer Feld ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen können“, erklärte Haase und warnte, dass die Bebauung des Feldes dieses Miteinander gefährden würde. Sie beschrieb eine mögliche Bebauung als „großen Verlust für Berlin“.

Petra Schwuchow, eine Mitveranstalterin, stimmte zu und äußerte: „Es ist eine Lüge, dass eine Bebauung des Tempelhofer Feldes das Berliner Wohnungsproblem lösen würde.“ Sie befürchtet, dass bei einem Bau teure Wohnungen entstehen würden, da die Kosten keineswegs niedrig sein werden: „Hier gibt es keine Infrastruktur, keine Gas- und Wasserleitungen – das muss alles erst geschaffen werden.“

Zusätzlich führen diese Pläne dazu, dass Freiflächen, die für Freizeitaktivitäten wichtig sind, verloren gehen würden. Schwuchow verdeutlicht, dass es unmöglich sei, den Freiraum des Tempelhofer Feldes zu bewahren und gleichzeitig Wohnungen zu errichten.

Zahlreiche prominente Gäste unterstützten die Initiative, und für den Abend waren Lesungen von Albrecht Schuch, Arne Semsrott, Max Czollek und Volker Kutscher geplant, sowie ein Gespräch mit Luisa Neubauer. Auch die Musik von Ton Steine Scherben stand auf dem Programm. Allerdings war das Wetter eine unerfreuliche Begleiterscheinung: Kurz nach Beginn des Festivals um 16 Uhr setzte starker Regen ein, was zur Absage des ursprünglich für den Neulich-Biergarten geplanten Programms führte. Die Organisatoren planen jedoch, die ausgefallenen Punkte, insbesondere das Kinderprogramm, am Sonntag nachzuholen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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