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Berliner Feuerwehr-Gewerkschaft fordert 400 Euro mehr für Leitstellenmitarbeiter

Markus S. · 23. August 2026, 15:07 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Berliner Feuerwehr-Gewerkschaft fordert 400 Euro mehr für Leitstellenmitarbeiter

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) hat die Forderung nach einer monatlichen Zulage von mindestens 400 Euro für die tariflich beschäftigten Mitarbeiter in der Berliner Feuerwehr-Leitstelle ausgesprochen, die Führungs- und Anleitungsaufgaben ausführen. Laut einer Mitteilung der Gewerkschaft hat die Arbeitsverdichtung in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Technische Störungen und unzureichende berufliche Perspektiven verschärfen die Situation für die Beschäftigten.

Die Leitstelle der Feuerwehr spielt eine entscheidende Rolle, indem sie Notrufe entgegennimmt, die Lage bewertet und die verfügbaren Einsatzkräfte koordiniert. Darüber hinaus helfen die Mitarbeiter den Anrufenden bei lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wie der Durchführung von Wiederbelebungen. Die DFeuG kritisiert, dass diese wichtige Verantwortung nicht angemessen entlohnt wird, was dazu führt, dass erfahrene Mitarbeiter die Leitstelle verlassen oder in andere Bundesländer wechseln. Die Gewerkschaft gab keine konkreten Zahlen zu den Abgängen oder unbesetzten Stellen an.

Der Jahresbericht 2025 der Berliner Feuerwehr belegt eine hohe Arbeitsbelastung, während er gleichzeitig ein differenziertes Bild hinsichtlich des Notrufaufkommens zeichnet. Im vergangenen Jahr gingen in der Einsatzleitstelle 1.132.637 Notrufe ein, was einem durchschnittlichen Anruf alle 28 Sekunden entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2024 fiel die Zahl der Notrufe jedoch um etwa 1,2 Prozent.

Im Gegensatz dazu verzeichnete die Feuerwehr eine signifikante Erhöhung der Einsätze. Mit 558.293 Ausrücken wurde ein neuer Rekord seit der Gründung der Berliner Berufsfeuerwehr im Jahr 1851 aufgestellt, was einem Anstieg von 4,9 Prozent oder rund 26.000 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies bedeutet, dass alle 56 Sekunden ein Einsatz ausgelöst wurde, obwohl die Zahl der Notrufe gesunken ist. Diese Entwicklung führte dazu, dass mehr Einsatzvorgänge durch die Leitstelle erfasst, priorisiert und koordiniert werden mussten.

Den größten Anteil machten medizinische Einsätze mit über 508.000 Vorgängen aus, von denen etwa 450.000 auf Notfallrettungen entfielen. Besonders bemerkenswert war der Anstieg der Notfalltransporte, die um 14,1 Prozent auf knapp 23.000 zugenommen haben. Auch medizinische Fehleinsätze stiegen um 9,8 Prozent auf rund 28.000.

Seit dem Frühling 2025 ordnet die Leitstelle Notrufe bereits während des Gesprächs in einer von fünf Dringlichkeitsstufen ein, um lebensbedrohliche Fälle schneller zu bearbeiten. Weniger dringliche Anliegen werden gegebenenfalls an andere Stellen weitergeleitet, wie beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung. Feuerwehrchef Karsten Homrighausen erklärte, dass durch dieses neue System die Eintreffzeit durchschnittlich um eine Minute verkürzt wurde.

Die DFeuG fordert nun, dass die besonderen Aufgaben in der Leitstelle auch finanziell anerkannt werden. Die geforderte Zulage betreffe lediglich eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitenden und sei daher finanziell tragbar, wie die Gewerkschaft betont. Informationen über die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter und die Gesamtkosten wurden in der Mitteilung jedoch ebenfalls nicht bekannt gegeben.

Im Jahr 2027 wird der Dokumentarfilm „Hundertzwölf“ in den Kinos gezeigt, der einen Ausbildungsjahrgang in der Leitstelle begleitet hat. Der Film soll am 11. Februar, dem Tag des Notrufs, Premiere feiern.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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