Erfrischende Oase in Berlin: Neues Freibad begeistert Besucher
Am Freitag wurde am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin ein kostenloses Freibad eröffnet, das bis Oktober für alle zugänglich sein wird. Das Volksbad in Berlin-Mitte zieht zahlreiche Besucher an, die sich an diesem wolkigen Tag ins kühle Nass stürzen wollen. Vor dem Eingang hat sich eine kurze Schlange gebildet, während einige sich möglicherweise von den Wolken abhalten lassen.
Obwohl das Wasser nicht beheizt ist, sorgt ein Pop-up-Imbiss mit dem Namen "Pommes am Volksbad" für zusätzliche Anziehungskraft. Dort können Gäste kühlende Getränke und Pommes in verschiedenen Größen für drei oder vier Euro erwerben. „Für Eis haben wir nicht genug Kühlkapazitäten“, erklärt Jost Wiegand, der den Imbiss betreibt. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung verteilt unterdessen kostenloses Wassereis und Papierfächer mit aufgedruckten Botschaften, unter anderem: „Es gibt nur zwei Geschlechter: Faschisten und Antifaschisten.“, während ein anderer Spruch auf dem Eis besagt: „Leck doch wen du willst."
Drinnen im Volksbad herrscht eine entspannte Atmosphäre. Während zahlreiche Reporter und neugierige Badegäste das Wasser testen und fotografieren, steht Matthias Lilienthal, der neue Intendant der Volksbühne, barfuß mit nassem Haar im Geschehen. Er ist bereits seit den frühen Morgenstunden aktiv und hat das Becken selbst ausprobiert. "Die Leute lieben das Volksbad. Ich finde, es ist das Wunder von Berlin, dass man hier ein Bad hingestellt hat", äußert er begeistert und fügt hinzu, dass dieses Thema in den letzten zwei Wochen sehr diskutiert wurde.
Die Wassertemperatur liegt an diesem Freitag bei angenehmen 24 Grad, was die ersten Gäste sehr erfreut. Daniel aus Gesundbrunnen und Carsten aus Prenzlauer Berg möchten so oft wie möglich wiederkommen. Elisabeth, die in der Nähe wohnt, hat sich für mehrere Zeit-Slots Tickets besorgt. Eine wichtige Regel bleibt jedoch: Vor dem Schwimmen muss geduscht werden, was durch mobile Duschcontainer sichergestellt wird.
Ab 14 Uhr fand der erste kostenlose Kraul-Schwimmkurs statt, bei dem das Becken in zwei Hälften unterteilt wurde. Anmeldungen sind nur für diejenigen erforderlich, die ein Zeit-Slot-Ticket reserviert haben.
Rettungsschwimmerin Helena, die auch in anderen Schwimmbädern im Einsatz war, bringt ihre Erfahrung ein. "Rettungsschwimmer verlassen sich auf die richtige Technik und Hilfsmittel, nicht nur auf Muskeln", erklärt sie, was den Einsatz im Wasser erleichtert.
Kulturmanager Jochen Sandig sieht das Volksbad jedoch nicht nur als einmalige sommerliche Attraktion, sondern als Teil eines größeren Konzepts. Er träumt von einer realisierbaren Möglichkeit, im Spree zu schwimmen, und zeigt auf das historische Relief am Gebäude, das tatsächlich schwimmende Menschen darstellt. Sandig, der enge Verbindungen zu Lilienthal hat, möchte, dass Wasser für alle Berliner zugänglich wird. Seine Überzeugung basiert auf eigenen Erfahrungen, da er erst kürzlich in der Spree geschwommen ist.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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