Protest „GenZ hat genug!“ eskaliert in Berlin Mitte
Am Samstagabend entlud sich der Unmut der Protestierenden an einer Tram in Berlin. Eine junge Mutter drückte verzweifelt auf den Türöffner, während ein Passant half, den Kinderwagen hinauszuheben. Die Situation um sie herum fühlte sich schnell angespannt an. Die Tram der BVG auf der M2-Linie blockierte den Weg, da sie sich im Verlauf des Protestzugs „GenZ hat genug!“ befand, der vom Rosenthaler Platz aus mit bis zu 3000 Teilnehmern über die Prenzlauer Allee zog. Kurz vor dem Endhalt am S-Bahnhof kam es zu einer Eskalation.
Vor der Tram hauen demonstrierende Teilnehmer gegen die Scheiben des Fahrzeugs, verschmutzen es, werfen Steine, Eier und Flaschen und zünden Pyrotechnik sowie Böller. Die Polizei ging gegen Randalierer vor, wurde jedoch von der Menge umringt und mit Buh-Rufen sowie Gesängen empfangen. Um 19 Uhr wurde die Versammlung von den Veranstaltern aufgelöst. Ungefähr eineinhalb Stunden nach der Auflösung wurden einzelne Personen wegen körperlicher Angriffe und Sachbeschädigungen festgenommen, und es kam zu Zusammenstößen beim Abzug der Demonstranten von der Kreuzung. Der große Knall, der befürchtet worden war, blieb allerdings aus, zumindest für den Rest des Abends.
Bereits im Vorfeld des Protests sah die Polizei ein hohes Risiko für Eskalationen. Während der Schülerprotest „Gen-Z regelt“ am Brandenburger Tor für friedliche Anliegen wie bessere Bildungspolitik und gegen Wehrpflicht und soziale Kürzungen stattfand, gaben linksextreme und pro-palästinensische Gruppen zahlreichen Teilnehmern des „GenZ hat genug!“ die Möglichkeit, sich an der Demonstration zu beteiligen.
Um sich vor möglichen Übergriffen zu schützen, hatten Geschäfte rund um den Rosenthaler Platz bereits am Mittag vorgesorgt und ihre Fenster und Türen verbarrikadiert. Nahe dem Weinbergspark stellte die Polizei eine größere Präsenz mit einer Vielzahl von Einsatzfahrzeugen auf. Auch der Carsharing-Dienst Miles sperrte frühzeitig Parkflächen nördlich des Rosenthaler Platzes.
Zu den Demonstrierenden gehörten viele Vermummte, die teils mit Palästina-Schals, Halloween-Kostümierungen und gruseligen Masken erschienen. Anders als beim Protest am Brandenburger Tor dominierten hier pro-palästinensische Slogans und Beleidigungen gegen Polizei, Bundeswehr und Israel.
Die Polizei meldete vereinzelt Ausschreitungen, einschließlich des Zündens von Pyrotechnik und Angriffe auf Einsatzkräfte. Eine Polizeisprecherin erklärte, dass die Stimmung von Anfang an angespannt gewesen sei. Stephan Weh, Landeschef der Polizeigewerkschaft GdP, betonte, dass die meisten Jugendlichen friedlich protestierten und die Polizei professionell reagierte, wo Gewaltpotenzial aufkam. Er warnte, dass die Polizei in der Nacht auf Halloween besonders gefordert sein könnte, da Krawalle an bekannten Brennpunkten nicht ausgeschlossen werden konnten.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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