Großrazzia im Berliner Rotlichtmilieu – Verdacht auf Menschenhandel
Rund 400 Polizisten sind am Dienstagabend zu einer Großrazzia in mehreren Berliner Bezirken ausgerückt. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchsuchten die Einsatzkräfte ab 19 Uhr insgesamt 20 Objekte in den Bezirken Pankow, Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Das teilt die Berliner Polizei mit.
Ermittler stellen 43.000 Euro und illegale Waffen bei Razzia sicher
Die Ermittlungen richten sich gegen eine mutmaßliche Bande von elf Männern und sieben Frauen im Alter zwischen 23 und 66 Jahren. Ihnen werden schwerer Menschenhandel und gewerbsmäßige Schleusung vorgeworfen. Die Beschuldigten sollen mindestens elf Vietnamesinnen ohne gültigen Aufenthaltstitel in Berliner Wohnungen untergebracht und zur Prostitution veranlasst haben. Die Erlöse sowie überhöhte Mieten strich die Bande laut Ermittlern ein, um sich daran zu bereichern.
Bei den Durchsuchungen stießen die Beamten auf rund 43.000 Euro mutmaßliches Schwarzgeld, zahlreiche Datenträger, Finanzunterlagen und mehr als 20 verschiedene Reisepässe. Zudem beschlagnahmten die Polizisten illegale Pyrotechnik, einen Schlagring und einen Teleskopschlagstock.
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Mehrere Festnahmen und Ermittlungen
Zehn der insgesamt 18 Beschuldigten wurden vor Ort angetroffen. Darunter befand sich auch der 33-jährige Hauptverdächtige, der bei seiner Festnahme Widerstand leistete und einen Polizisten leicht verletzte. Der Beamte konnte seinen Dienst jedoch fortsetzen.

Insgesamt wurden zwölf Personen erkennungsdienstlich behandelt. Acht von ihnen wurden dem Landesamt für Einwanderung übergeben, da sie keine gültige Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland besaßen. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurden alle Personen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an.
pau
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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