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Experten kritisieren Berlins Krisenmanagement nach Hackerangriff

Markus S. · 07. September 2026, 12:30 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Experten kritisieren Berlins Krisenmanagement nach Hackerangriff

Experten bezweifeln, dass ein umfassender Überblick über die vertraulichen Daten, die nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung veröffentlicht wurden, schnell erzielt werden kann. Joachim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs, erklärte: „Es kann sehr lange dauern, mindestens noch viele Wochen, um abzuschätzen, was im Detail abflossen.“ Er fordert zudem „maximale Transparenz bei der Aufarbeitung“, was bedeutet, dass die Öffentlichkeit klar informiert werden muss, was schiefgelaufen ist.

Die Fraktionen von Linken und Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus haben beantragt, in der kommenden Sitzung des Landesparlaments am Donnerstag über das Thema „Versagen bei der IT-Sicherheit der Verwaltung, erneut miserables Krisenmanagement“ zu diskutieren. Unterdessen fordert die Berliner FDP den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) sowie der Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Der FDP-Spitzenkandidat in Berlin, Christoph Meyer, betonte, dass „beide versagt haben“. Er fügte hinzu, dass Aufklärung und Rücktritte zwei Aspekte derselben politischen Verantwortung sind.

Meyer forderte zudem einen Untersuchungsausschuss zur Hackerattacke. Der Cyberangriff sei demnach kein plötzlicher Vorfall, sondern das Ergebnis jahrelangen Versagens auf politischer und organisatorischer Ebene. „Der Senat kannte die Warnungen. Verbesserungen wurden angekündigt, aber es gibt keinen Beweis dafür, dass die Mängel behoben wurden“, kritisierte er.

IT-Experte Selzer äußerte ebenfalls Bedenken. Er bemerkte: „Es ist schon bemerkenswert, dass am Freitag vor zwei Wochen die ersten Daten auf der Seite veröffentlicht wurden. Meine Informationen zeigen, dass Testpersonen immer noch Zugang zu den damals veröffentlichten Systemen mit den offengelegten Passwörtern hatten.“ Ihn wundert, warum nach den Bekanntwerden dieser Vorab-Leaks nicht sofort alle Zugänge gesperrt wurden.

Selzer sieht auch eine allgemeine Sorglosigkeit, die nicht nur Berlin betrifft. Beispielsweise fand sich ein eingescanntes Dokument eines Reisepasses von einer Mitarbeiterin auf dem Server. Er bemerkte außerdem, dass die Passwortsicherheit zu wünschen übrig lässt.

Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wurde am 14. August bekannt. Die Gruppe Rhysida forderte 30 Bitcoin, was etwa zwei Millionen Euro entspricht. Der Senat weigert sich zu zahlen, woraufhin die Cyberkriminellen die Daten am 4. September, nach Ablauf ihres Ultimatums, veröffentlichten.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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