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Charité eröffnet neues Zentrum zur HIV-Heilung

Markus S. · 14. Oktober 2026, 10:04 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 19 Aufrufe
Charité eröffnet neues Zentrum zur HIV-Heilung

Die Charité hat sich ein bedeutendes Ziel gesetzt: Die Heilung von Menschen, die mit der HIV-Virusinfektion leben. Heute, am Mittwoch, wurde das Forschungszentrum Berlin Center for HIV Cure (BeCURE) offiziell eröffnet.

HIV, das für „Humanes Immunschwäche-Virus“ steht, greift gezielt das menschliche Immunsystem an und führt unbehandelt zu Aids. Schätzungen der Deutschen Aids-Stiftung zufolge leben weltweit etwa 41 Millionen Menschen mit HIV. In Deutschland gab es im Jahr 2024 rund 2300 Neuinfektionen, wie das Robert-Koch-Institut berichtet.

Obwohl eine HIV-Infektion dank antiretroviraler Therapien gut behandelbar ist, sind die Patienten meist auf eine tägliche Einnahme mehrerer Medikamente angewiesen – oft ein Leben lang, um das Virus zu unterdrücken. Der Leiter des neuen Forschungszentrums, Christian Gaebler, Professor für Translationale Immunologie Viraler Infektionen, hebt hervor, dass die Heilung einer HIV-Infektion nach wie vor selten ist.

Die Charité hat jedoch Meilensteine in der HIV-Heilungsforschung gesetzt, insbesondere mit dem Fall des sogenannten Ersten Berliner Patienten, Timothy Ray Brown. Brown, der seit 1995 HIV-positiv war, erhielt 2006 aufgrund einer Leukämie eine Stammzelltransplantation in der Charité. Die transplantierten Stammzellen stammten von einer Spenderin mit einer genetischen Mutation, die resistent gegen HIV war. Nach der Therapie war bei Brown kein HI-Virus mehr nachweisbar. Er verstarb 2020, jedoch trat die HIV-Infektion nicht zurück.

Ein weiterer Patient konnte ebenfalls in der Charité geheilt werden, aber sein Fall war anders gelagert. Auch er litt zunächst an Leukämie und erhielt eine Stammzelltransplantation. Im Jahr 2018 beendete er seine medikamentöse Behandlung, und seitdem ist bei ihm kein HIV mehr nachweisbar. Weltweit gibt es nur 13 bekannte Fälle, in denen Patienten von HIV geheilt wurden.

Die Herausforderungen bei der Heilung von HIV sind enorm, da Stammzelltransplantationen aufgrund der damit verbundenen Risiken nicht für gesunde Patienten ohne Krebs empfohlen werden. Laut Gaebler plant das BeCURE, neue Therapien zu entwickeln, die keinen langfristigen Medikamenteneinsatz erfordern.

Das BeCURE wird innovative Therapieverfahren wie Antikörper- und Immuntherapien sowie Gen- und Zelltherapien untersuchen. Der Fokus des Zentrums liegt auf der Verbindung von Grundlagen- und klinischer Forschung, um neue Behandlungsansätze zu erproben.

Das Forschungszentrum für HIV-Heilung befindet sich in einem der fortschrittlichsten Wissenschaftsgebäude Berlins, im „Simulierten Mensch“ (Si-M), einem gemeinsamen Projekt von Charité und Technischer Universität Berlin.

Ein wichtiger Bestandteil des BeCURE ist der Austausch mit der HIV-Community. Christian Gaebler betont, wie bedeutend das Feedback aus der Community für die Forschung ist. Ziel ist es, Therapieansätze zu entwickeln, die von den Betroffenen akzeptiert werden.

Ein vielversprechender Ansatz sind einmalig verabreichte Immuntherapien mit Antikörpern, die in Studien bei 10 bis 20 Prozent der Teilnehmer zu einer Medikation ohne antiretrovirale Behandlung führen können. Das Forschungszentrum wird auch Erkenntnisse für andere chronische Virusinfektionen, wie Hepatitis B, anstreben.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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