Luxushotel Adlon in Berlin vor Verkauf: Gesellschafter entscheiden
Das hochklassige Hotel Adlon am Pariser Platz in Berlin steht möglicherweise vor dem Verkauf. Die Gesellschafter des Eigentümerfonds „Fundus-Fonds 31“ haben die Zustimmung zu einem Verkaufsbeschluss eingeholt. Wie die „Immobilien Zeitung“ zunächst berichtete, könnte das Hotel für mindestens 280 Millionen Euro veräußert werden. Der Eigentümerfonds bestätigte diesen Prozess auf Anfrage der Berliner Morgenpost.
Die Abstimmung unter den über 4000 meist privaten Investoren hat bereits Ende Juli begonnen und soll insgesamt vier Wochen dauern. Um den Verkauf abzusegnen, ist eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erforderlich. Sollte diese Mehrheit erreicht werden, ist anschließend ein strukturiertes, internationales Bieterverfahren vorgesehen.
Christian Plöger, Sprecher der Jagdfeld Gruppe, die den Fonds verwaltet, erklärte, dass der angestrebte Verkauf die Bedürfnisse der Anleger berücksichtige. "Nach fast 30 Jahren seit der Wiedereröffnung des Adlon, befinden sich viele Eigentümer in einem Alter, in dem sie ihre Anteile abgeben möchten." Der Verkauf dient zudem dazu, mögliche Liquiditätsrisiken zu vermeiden, da die Fondsanteile ab Ende 2024 gekündigt werden können, was zu finanziellen Engpässen führen könnte.
Plöger versichert jedoch, dass sich vorerst für die Gäste und Partner des Hotels nichts ändern wird. Das Hotel wird weiterhin von Kempinski betrieben, wobei der Pachtvertrag bis Ende 2032 läuft. Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbands Berlin (Dehoga), bleibt hinsichtlich des Verkaufs gelassen. Er ist überzeugt, dass die Marke Adlon in der Hauptstadt bestehen bleibt und Veränderungen für die Gäste zunächst nicht zu spüren sein werden.
Im Hinblick auf die Luxushotels in Berlin stellte Buchhorn fest, dass die Anzahl der 5-Sterne-Hotels in den letzten zehn Jahren leicht abgenommen hat. So wurde unter anderem das Regent Berlin am Gendarmenmarkt zum Ende des Jahres 2024 geschlossen. Die Auslastung in der Berliner Hotellerie ist nach wie vor unter dem Niveau von 2019, insbesondere im Bereich der 5-Sterne-Hotels.
Buchhorn merkt an, dass für die Elite-Hotels wie das Adlon eine der größten Herausforderungen darin besteht, mehr zahlungswillige Kunden nach Berlin zu bringen. Dies erfordere eine Verbesserung der Verkehrsanbindung sowie eine Erhöhung der Besucherzahlen bei Messen und Kongressen. Dabei betont er, dass Berlin weiterhin eine aufregende Metropole sei, die es wert sei, an ihrer Attraktivität zu arbeiten.
Der Markt für Hotels in Berlin zeigt eine grosse Vielfalt an Unterkünften. Laut einer Sprecherin von Visit Berlin dominieren neue Projekte vor allem im mittleren bis gehobenen Segment, jedoch gibt es auch Entwicklungen im Budgetbereich, wie das größte Hostel Europas, das aktuell in Kreuzberg entsteht. Ein ehemaliges Bürogebäude wird dort zu einem Hostel umfunktioniert, das ab Anfang 2027 eröffnet werden soll.
Insgesamt prägen jedoch Modernisierungen und die Umgestaltung von Traditionshäusern das hotellandschaftliche Bild der Stadt, wobei Hotels zunehmend als urbane Treffpunkte inszeniert werden.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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