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Altersarmut in Berlin: Zahl der Grundsicherungsempfänger steigt

Markus S. · 03. August 2026, 16:12 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Altersarmut in Berlin: Zahl der Grundsicherungsempfänger steigt

In Berlin ist das Risiko, nach Erreichen der Regelaltersgrenze in Altersarmut zu geraten, besonders ausgeprägt. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage der Linksfraktion hervor, über die der RBB berichtete. Ende des vergangenen Jahres waren in der Hauptstadt über 60.000 ältere Menschen auf Grundsicherung angewiesen – ein Anstieg von rund 41.000 im Jahr 2016.

2024 lag der Anteil der Grundsicherungsempfänger über der Regelaltersgrenze in Berlin bei 8,8 Prozent, verglichen mit einem bundesweiten Durchschnitt von 4,1 Prozent. Die gestiegenen Wohnkosten sind eine der Hauptursachen, die viele ältere Menschen in die Armut treiben. Die Zahl der Personen über 65 Jahren, die Wohngeld beziehen, hat sich von 2015 bis 2024 nahezu vervierfacht und beläuft sich nun auf über 33.000 in Berlin. Insgesamt stieg die Anzahl der Wohngeldempfänger im Alter in Deutschland von 194.587 auf 709.345, jedoch wurde 2023 der Kreis der Berechtigten durch eine Reform signifikant erweitert.

Im deutschlandweiten Vergleich zeigt sich, dass in Berlin der Anteil älterer Menschen mit niedrigen Renten besonders hoch ist. Über 30 Prozent der Männer und fast 50 Prozent der Frauen erhalten weniger als 1.446 Euro, was als Indikator für Altersarmut gilt.

Die wachsende Altersarmut wird laut den Zahlen zunehmend zur Belastung für die öffentlichen Finanzen. Die Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales gab an, dass sich die Ausgaben für Grundsicherung im Alter in Berlin von 287 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 521 Millionen Euro bis 2025 erhöhen werden.

Pascal Meiser, Bundestagsabgeordneter der Linken, der die Anfrage an die Bundesregierung initiierte, äußerte Bedenken, dass die Situation sich in den kommenden Jahren durch die geplanten Renten- und Wohngeldreformen weiter verschlechtern könnte. Er warnte, es drohe „über die Hauptstadt in der Zukunft eine noch viel größere Welle der Altersarmut hereinzubrechen“.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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