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Neues Straßenkinderhaus in Lichtenberg eröffnet

Julian K. · 02. Oktober 2026, 12:37 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Neues Straßenkinderhaus in Lichtenberg eröffnet

In Berlin-Lichtenberg öffnete ein neues Haus für Straßenkinder seine Türen, das direkt am S- und U-Bahnhof gelegen ist. Unter großer Beachtung fand die Eröffnung des so genannten "Butze" statt, das Jugendlichen im Alter von 16 bis 23 Jahren als sichere Anlaufstelle dienen soll. Dieses besondere Projekt wurde durch den Verein Straßenkinder und massive spendensammelnde Anstrengungen realisiert.

Aktuelle Statistiken zeigen, dass in Deutschland etwa 137.000 Minderjährige keinen festen Wohnsitz haben, darunter rund 15.700 in Berlin, wobei die Dunkelziffer vermutlich höher ist. Ein Beispiel für die drängende Notwendigkeit solcher Einrichtungen ist das Schicksal des Mädchens Krümel, das im Alter von neun Jahren von zu Hause floh, um dem Missbrauch durch ihren Stiefvater zu entkommen. "Das Beispiel von Krümel wird mich in den nächsten Jahren nicht loslassen", erklärte Kai Wegner (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister, bei der Einweihung des Hauses.

Die neue Unterkunft in der Wönnichstraße 8 bietet auf sieben Etagen und einer Gesamtfläche von 3.400 Quadratmetern ein Begegnungscafé, Beratungsräume, Notübernachtungen und kleine Wohnungen. Zudem gibt es Wasch- und Duschmöglichkeiten, kostenlose Mahlzeiten, Unterstützung bei der beruflichen Orientierung sowie eine Kleiderkammer. Insgesamt sind dort 41 Schlafplätze verfügbar. Das Team berät die Jugendlichen, um ihnen zu helfen, aus der Obdachlosigkeit auszubrechen und eine Ausbildung oder eine Anstellung zu finden. Der Verein schätzt, dass im Jahr bis zu 15.000 Übernachtungen stattfinden werden.

Im Notübernachtungsbereich teilen sich die Kinder und Jugendlichen einen Raum, der für kurzfristige Unterbringung gedacht ist. In den Gemeinschaftsküchen lernen die Bewohner das Zusammenleben. Langfristig ist geplant, dass die Butze rund um die Uhr geöffnet ist, was aufgrund des aktuellen Personalmangels jedoch noch nicht möglich ist.

Die Sozialarbeiter des Vereins können durch Einrichtungen wie die Butze nachhaltig mit den Straßenkindern in Kontakt bleiben und die begonnenen Hilfsmaßnahmen fortführen. Gemeinsam mit Pädagogen und Sozialarbeitern sollen die Jugendlichen ihre Potenziale entwickeln. Lichtenbergs Bürgermeister Martin Schaefer, auch er von der CDU, begrüßte die Initiative des Vereins und betonte, dass die Lage am Bahnhof kein Zufall sei, da das Viertel als Hotspot bekannt sei. Es gab jedoch auch gemischte Reaktionen in der Nachbarschaft; einige befürchten, dass das Haus die soziale Situation im Kiez verschlechtern könnte.

Die Unterstützung des Projekts erhielt auch prominente Zuwendung: Die Komikerin Ilka Bessin, bekannt durch ihre Rolle als „Cindy aus Marzahn“, ist eine langjährige Unterstützerin des Vereins Straßenkinder. Bei der Eröffnung stellte sie ihre kontinuierliche Begleitung des Projekts vor und betonte, dass sie sich weiterhin für die Belange der Straßenkinder einsetzen wolle.

Das gesamte Projekt hatte ein Budget von 23 Millionen Euro, das ausschließlich durch Spenden finanziert wurde. Ein großer Teil der Mittel stammt von Birgit und Thomas Rabe, die die Stiftung ins Leben riefen, und auch der Verein "Berliner helfen" trug zur Finanzierung bei.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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