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Jella Haase setzt sich mit Video für Tempelhofer Feld ein

Markus S. · 09. September 2026, 15:23 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Jella Haase setzt sich mit Video für Tempelhofer Feld ein

Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus kommt die Diskussion um eine Teilbebauung des Tempelhofer Felds neuerlich in Bewegung. Die Initiative „100% Tempelhofer Feld“ mobilisiert gegen den Wohnungsbau und erhält dabei prominente Unterstützung von der Schauspielerin Jella Haase.

In einem auf Instagram veröffentlichten, rund einminütigen Video äußert sich Haase kritisch gegenüber der Baulobby sowie Investoren, die auf dem Tempelhofer Feld ein „Milliardengeschäft“ anstreben. In dem professionell produzierten Clip, der innerhalb von 24 Stunden über 700.000 Aufrufe und tausende Shares verzeichnete, sieht man die Schauspielerin, wie sie auf einem Fahrrad mit zwei Kindern die alte Landebahn befährt, Blumen im Gemeinschaftsgarten gießt und auf einem Aussichtspunkt in die Ferne blickt. Die zentrale Botschaft des Videos lautet: „Sag Nein zum Ausverkauf der Stadt“.

Die Initiative „100% Tempelhofer Feld“ erklärte auf Anfrage, dass Haase sich aus eigenem Antrieb an sie gewandt habe, „als Berlinerin, die sich für das Feld und die Stadt einsetzt“, so Esther Witt von der Initiative. Viele weitere Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur zeigen ebenfalls Unterstützung. „Das Video wurde von Filmemachern produziert, die sich ehrenamtlich engagiert haben, ohne Bezahlung. Es handelt sich also um keinen finanzierten Werbeauftritt, sondern um eine Bürgerinitiative“, erklärte Witt. Obwohl Haase als Schauspielerin natürlich eine gewisse Bekanntheit mitbringt, spiegelt das Video vielmehr ihr persönliches Anliegen wider.

Das Timing der Veröffentlichung ist kein Zufall, da es direkt vor der Wahl erfolgt. Am Ende des Clips fordert Haase: „Informiert euch und geht wählen, Leute.“ Zeitgleich bietet die Initiative auf ihrer Website einen „Parteiencheck“ an, um Wähler zu unterstützen. Laut den Informationen der Initiative setzen sich die Linke und die Grünen dafür ein, das Tempelhofer Feld zu bewahren. Die SPD möchte das Feld in seiner aktuellen Funktion erhalten und behutsam weiterentwickeln, während die CDU eine Randbebauung befürwortet. Die AfD hingegen hat das Tempelhofer Feld nicht im Wahlprogramm, fordert aber einen neuen Volksentscheid.

Bereits 2014 wurde ein solcher Volksentscheid abgehalten, der den Wohnungsbau auf dem Feld ablehnte. Seither ist eine Bebauung gesetzlich ausgeschlossen. Die CDU strebt nun eine Änderung dieses Status an. Stefan Evers, der Spitzenkandidat der CDU, betonte kürzlich, dass es nicht tragbar sei, wenn im Osten der Stadt Freiflächen bebaut werden, während das Tempelhofer Feld, das Potenzial für Wohnungen biete, ungenutzt bleibt.

Ein Konzept sieht den Bau von mehr als 21.000 Wohnungen an den Rändern des Feldes vor, unterstützt von der Investitionsbank Berlin (IBB). In einer entsprechenden Studie wurde festgestellt, dass diese Randbebauung finanziell machbar wäre, selbst wenn 30 Prozent der neuen Wohnungen als günstig angeboten werden.

Doch Jella Haase und die Initiative sind anderer Meinung. Sie bezeichneten die Behauptung, eine Randbebauung könnte die Mietenkrise in Berlin lösen, als „dreiste Lüge“. Der Berliner Senat habe genügend Flächen in der Stadt identifiziert, um 250.000 Wohnungen zu bauen, ohne das Feld zu beanspruchen. Zudem könnte mit einer Bebauung „das Berlin, das wir alle so lieben“, verloren gehen.

Diese Auffassung vertrat Haase auch beim Festival für ein freies Tempelhofer Feld, wo sie betonte, dass das Feld ein gemeinschaftlicher Ort sei. Eine Bebauung würde dazu führen, dass er nur noch einer kleinen Gruppe gehören würde, was als ungerecht und als Verlust von Raum für Freizeitaktivitäten betrachtet wird.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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