Kältebusse in Berlin: Unterstützung für Obdachlose in der Winterzeit
In Berlin sind mehrere Kältebusse wieder aktiv, um hilfebedürftige Menschen in der kalten Jahreszeit zu unterstützen. Diese Busse durchqueren die Stadt und stellen warme Getränke, Schlafsäcke sowie Fahrten zu Notunterkünften bereit. Bis zum 31. März werden täglich drei Kältebusse von der Stadtmission im Einsatz sein, wie eine Sprecherin mitgeteilt hat.
Zusätzlich wird der Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes bis Ende März eingesetzt. Laut eines Sprechers könnte in besonders kalten Phasen auch die Mobilisierung weiterer Busse erforderlich sein, wie es zu Beginn dieses Jahres der Fall war, als eisige Temperaturen vorherrschten.
Der Wärmebus ist täglich von 18 Uhr bis Mitternacht unter der Telefonnummer 030 600 300 1010 erreichbar, während die Kältebusse der Stadtmission von 20 Uhr bis 1:30 Uhr unter 030 690 333 690 kontaktiert werden können. Die Sprecherin der Stadtmission betonte, dass es wichtig sei, Personen zunächst anzusprechen und zu fragen, inwiefern sie Hilfe benötigen. Während einige Menschen sich über heiße Suppe oder Tee freuen, benötigen andere Schlafsäcke oder eine Fahrt zur Unterkunft. Genauere Informationen helfen dem Callcenter, die Routen der Busse besser zu organisieren.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit sind auch zwei neue Kältebusse im Einsatz, die dank Spenden nach dem Verlust von zwei Fahrzeugen durch Brandstiftung angeschafft wurden. Diese neuen Busse sind mit elektrischen Hebebühnen ausgestattet, um mobilitätseingeschränkte Menschen ebenfalls zu befördern.
Im vergangenen Winter haben die Teams der Kältebusse insgesamt 3.783 Personen kontaktiert und 1.784 von ihnen in warme Unterkünfte gebracht. Die Stadtmission kündigte an, dass die Tendenz steigend sei. Auch das Deutsche Rote Kreuz verzeichnete mit 1.872 Hinweisen doppelt so viele Anfragen wie im Vorjahr, was auf den hohen Hilfebedarf hinweist, so der Präsident des Berliner DRK, Mario Czaja. Er geht davon aus, dass der Wärmebus in diesem Winter nochmals häufiger benötigt wird und hebt die Bedeutung der Unterstützung aus der Bevölkerung hervor. Jeder, der Menschen sieht, die Hilfe benötigen könnten, sollte sie ansprechen und fragen, ob sie Unterstützung wünschen. „Ein Anruf bei unserem Wärmebus kann Leben retten“, so Czaja. Bei medizinischen Notfällen oder akuter Lebensgefahr sollte man die 112 wählen.
- Halloween in Berlin: Polizei bilanziert zahlreiche Vorfälle
- Lichtenberg: Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten nach Autokollision
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!