Berlin verfehlt Neubauziele – Mieten steigen stark an
Die Koalition aus CDU und SPD in Berlin hatte sich zum Ziel gesetzt, jährlich bis zu 20.000 neue Wohnungen zu errichten. Eine Analyse des Immobilienportals immowelt zeigt jedoch, dass dieses ambitionierte Ziel bislang nicht erreicht wurde. Im Jahr 2024 wurden lediglich etwa 15.000 Wohnungen fertiggestellt, und 2025 fiel diese Zahl sogar auf rund 11.000.
Auch die landeseigenen Wohnungsunternehmen bleiben hinter den politischen Vorgaben zurück. Geplant waren durchschnittlich 6.500 Fertigstellungen pro Jahr, tatsächlich wurden jedoch weniger als 5.000 Wohnungen realisiert. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die Mieten in Berlin.
Laut immowelt sind die Angebotsmieten in Berlin seit Anfang 2023 um mehr als 12 Prozent gestiegen. Im April 2023 lag die durchschnittliche Mietrate für Bestandswohnungen bei 12,95 Euro pro Quadratmeter, während sie bis Juli 2026 auf 14,53 Euro pro Quadratmeter anstieg. Für Wohnungssuchende bedeutet dies einen Anstieg der Kaltmiete für eine 75 Quadratmeter große Wohnung von etwa 971 auf 1.090 Euro, was einer monatlichen Mehrbelastung von rund 119 Euro entspricht.
Im Vergleich zu anderen großen deutschen Städten fällt der Anstieg der Mieten in Berlin relativ moderat aus. In Hamburg sind die Angebotsmieten um 18,8 Prozent gestiegen, in Frankfurt am Main um 18,3 Prozent, gefolgt von Köln mit 15,5 Prozent und München mit 14,1 Prozent.
Theo Mseka, der Geschäftsführer von immowelt, warnt jedoch davor, die Situation als entspannt zu betrachten. Er betont, dass die Mietpreise in Berlin deutlich gestiegen sind und die Kaufpreise von Eigentumswohnungen sogar schneller steigen als in anderen großen Städten. Mseka weist darauf hin, dass das Hauptproblem das unzureichende Angebot an neuen Wohnungen ist und fordert eine spürbare Beschleunigung des Neubaus, um den Druck auf den Markt zu verringern.
Auch die Preise für Eigentumswohnungen sind gestiegen. Laut immowelt haben sich die Angebotspreise für Bestandswohnungen von durchschnittlich 4.872 Euro pro Quadratmeter im April 2023 auf 4.994 Euro im Juli 2026 erhöht, was einem Anstieg von 2,5 Prozent entspricht. Dies stellt den stärksten Anstieg unter den fünf größten deutschen Städten dar.
Die angespannte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt hat zudem Auswirkungen auf die umliegenden Landkreise. In den acht angrenzenden Landkreisen sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen seit April 2023 im Durchschnitt um 8,2 Prozent gestiegen. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Landkreis Oberhavel, wo Eigentumswohnungen um 21 Prozent teurer wurden.
Die Mietpreise im Umland haben sich unterschiedlich entwickelt. In Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming stiegen die Angebotsmieten um 16,1 Prozent respektive 15,5 Prozent, während sie in anderen Landkreisen wie Oberhavel mit 6,6 Prozent und Märkisch-Oderland mit 7,8 Prozent geläufiger stiegen. Über alle angrenzenden Landkreise hinweg legten die Angebotsmieten um durchschnittlich 11,2 Prozent zu, was etwas weniger ist als in Berlin.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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