Eisvogel e. V.: Ein Verein, der Krebspatienten Hoffnung gibt
Als Anke Simon die Diagnose Lymphknotenkrebs erhielt, fühlte sie sich einsam und überfordert. "Als Betroffene hat man oft niemanden, mit dem man über die Erkrankung sprechen kann", erzählt sie. Der Austausch mit anderen Betroffenen half ihr, ihre Ängste zu überwinden. Aus dieser Erfahrung gründete sie 2016 den Verein Eisvogel e. V., der Menschen mit Lymphom- und Leukämieerkrankungen sowie deren Angehörigen Unterstützung bietet. Der Verein, benannt nach dem Eisvogel, der gezielt Krebse in der Natur jagt, hat sich zu einem wertvollen Netzwerk entwickelt.
Katrin Begolli, eine Freundin von Anke Simon, hat ebenfalls eine Krebserkrankung überwunden. "Die Diagnose Lymphdrüsenkrebs hat mich damals sehr getroffen", erinnert sie sich. Heute führt sie die Geschäfte des Vereins. Zu den Aktivitäten gehören kleine Überraschungen, die zu Ostern und Weihnachten in Kliniken in Berlin und Potsdam, mittlerweile auch deutschlandweit, verteilt werden. Diese Gesten des Mitgefühls sind für viele Patienten besonders wichtig. "Es bedeutet, gesehen zu werden und an einen gedacht zu werden", erklärt Begolli.
Eisvogel bietet auch Patenschaften für Erkrankte an und organisiert digitale sowie persönliche Austauschgruppen. Die „Eisvogel-Momente“ bieten den Patienten kleine Auszeiten vom harten Alltag mit der Krankheit. Angehörige werden ebenfalls nicht vergessen, denn eine schwere Erkrankung beeinflusst das gesamte familiäre Umfeld. Der Verein versendet Mutmacherpakete, die kleine Aufmerksamkeiten, persönliche Botschaften und nützliche Alltagsgegenstände enthalten. „Wir möchten vermitteln: Du bist nicht allein“, sagt Begolli und betont, dass der Verein stets nach Ehrenamtlichen sucht, die ihn in seiner Mission unterstützen.
Ein besonderes Highlight ist die Eisvogel-Hoffnungstour 2026, die an diesem Wochenende startet. Vom 19. bis 24. September radeln Mitglieder und Unterstützer des Vereins von Berlin nach Frankfurt am Main – eine Strecke von etwa 400 Kilometern. Hierbei handelt es sich nicht um einen sportlichen Wettkampf, sondern um das Ziel, auf die Bedürfnisse der Erkrankten aufmerksam zu machen: Gemeinschaft und Mut, und das Wissen, dass man nicht allein ist. Während der Tour besucht das Eisvogel-Team auch verschiedene Kliniken, spricht mit Patienten und verteilt Mutmacher.
Ein wichtiges Anliegen des Vereins ist auch die Aufklärung über Stammzellspenden, die für viele Menschen mit Leukämie oder Lymphom die einzige Heilungschance darstellen können. Der Verein informiert über die einfache Registrierung als potenzieller Spender und die Bedeutung dieser Handlung, die Leben retten kann.
Der Verein „Berliner helfen“ unterstützt Eisvogel seit mehreren Jahren, was viele Projekte realisierbar gemacht hat, darunter die jährlichen Aktionen zu Ostern und Weihnachten. Jede Initiative des Vereins zielt darauf ab, krebserkrankte Menschen in schwierigen Zeiten nicht allein zu lassen. Die Notwendigkeit für Unterstützung bleibt groß: Pakete müssen zusammengestellt und Klinikaktionen organisiert werden.
"Niemand soll mit Krebs allein sein", ist das Motto, für das sich Eisvogel täglich einsetzt. Oft sind es kleine Gesten, die den Erkrankten Mut zusprechen, und es bedarf engagierter Menschen, die bereit sind, zu helfen. Spenden und ehrenamtliches Engagement sind dabei von großer Bedeutung, um den Betroffenen stückweise auf ihrem Weg zur Seite zu stehen. Weitere Informationen findet man auf der Website des Vereins unter www.eisvogel.life/.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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