Steigende Mieten bei landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin
In Berlin erhalten etwa 90.000 Mieter von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften aktuell unerfreuliche Nachrichten in Form von Erhöhungen ihrer Mietkosten. Diese erhöhen sich im Durchschnitt um 15 bis 30 Euro pro Haushalt, wie Ingo Malter, der Sprecher der betroffenen Unternehmen, mitteilte.
Die Erhöhungen variieren: Sie reichen von einigen Cent bis zu über 100 Euro bei größeren Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmetern. Trotz dieser Anstiege betonte Malter, dass alle vereinbarten Obergrenzen eingehalten würden.
Zu den landeseigenen Gesellschaften gehören unter anderem berlinovo, Degewo, Howoge, Gewobag, Stadt und Land, WBM sowie Gesobau. Die Linke zeigte sich im Vorfeld der Erhöhungen empört. Elif Eralp, die potenzielle Regierende Bürgermeisterin, hatte einen Mietendeckel gefordert, um solche Maßnahmen zu verhindern. Der mietenpolitische Sprecher Niklas Schenker äußerte, die Landesunternehmen hätten offenbar nur auf den Wahlkampf gewartet, um nun schnell Fakten zu schaffen. Er forderte sofortige Maßnahmen seitens des Senats, um die Erhöhungen zu stoppen und rückgängig zu machen.
Malter hingegen wies zurück, dass der Zeitpunkt der Ankündigungen mit der bevorstehenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zusammenhänge. Er machte auf die stark gestiegenen Bau- und Instandhaltungskosten aufmerksam, die sich zwischen 2016 und 2025 um mehr als 93 Prozent erhöht hätten. Im gleichen Zeitraum stiegen die Mieten dieser Gesellschaften lediglich um etwa 22 Prozent und bewegen sich derzeit laut eigenen Schätzungen zwischen 7,25 Euro und 7,55 Euro pro Quadratmeter netto kalt.
Seit dem Amtsantritt von Kai Wegner (CDU) seien die Mieten für fast 400.000 öffentliche Wohnungen um bis zu elf Prozent gestiegen. Schenker kritisierte dies als möglicherweise letzte Erhöhung unter Wegners Führung und beklagte, dies geschehe offensichtlich kurz vor der Bildung einer neuen Regierung.
Der Berliner Mieterverein erhielt bereits Rückmeldungen von betroffenen Mietern. Geschäftsführerin Wibke Werner wies darauf hin, dass Mieterhöhungen oft auf einen neuen Mietspiegel folgen würden. Offenbar wollten die landeseigenen Gesellschaften ihren Vorteil vor möglichen Koalitionsverhandlungen ausnutzen. Private Vermieter, wie Vonovia, hatten ebenfalls zahlreiche Mieterhöhungen angekündigt, viele von ihnen seien jedoch als unbegründet eingestuft worden.
Erste Einschätzungen der Mieterschützer und Anwälte legen nahe, dass die Erhöhungen häufig rechtens sind und innerhalb der von der bisherigen schwarz-roten Koalition festgelegten Grenzen liegen, die einen Anstieg von maximal elf Prozent innerhalb von drei Jahren erlauben. Insider berichteten von konkreten Fällen, wie einer elfprozentigen Erhöhung bei Degewo am Halleschen Ufer. Ein weiterer Fall stammt von Howoge, wo die Miete einer 50-Quadratmeter-Wohnung in Lichtenberg von bisher 7,14 Euro pro Quadratmeter auf 7,94 Euro steigt, was jährlichen Mehrkosten von 480 Euro entspricht.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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