Kritik am Jahnsportpark: Bürgerinitiative schlägt Alarm
Der geplante Neubau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks in Prenzlauer Berg sorgt für kontroverse Diskussionen. Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am kommenden Sonntag, äußert sich die Bürgerinitiative Jahnsportpark besorgt über die steigenden Kosten des Projekts. In einer Mitteilung verweist die Initiative auf die Ankündigung von Christian Gaebler (SPD), dass ein Generalunternehmer für den zweiten Bauabschnitt, den Stadionneubau, verpflichtet wurde.
„Das 300-Millionen-Budget dürfte platzen, bevor der Grundstein liegt“, warnt die Bürgerinitiative in ihrer Stellungnahme. Ein zentrales Problem stellt der Artenschutz im Sportpark dar. Die bisher verordneten CEF-Maßnahmen zur Sicherung der Tierarten haben nicht den gewünschten Erfolg gezeigt; die Haussperlingspopulation ist um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Deswegen sind dringend Nachbesserungen nötig, was die Bürgerinitiative als einen weiteren Punkt ihrer Kritik anführt.
Das Berliner Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass alle mit der Umsetzung dieser Maßnahmen verbundenen Risiken beim Projekt lasten. Alexander Puell, ein Mitglied der Initiative, äußert dazu: „Wer ein 300-Millionen-Auftrag vergibt, obwohl er weiß, dass zusätzliche Nachträge in Millionenhöhe drohen, der hat jede Bodenhaftung verloren. Berlin kann sich dieses sündhaft teure Stadion nicht leisten. Die Zeche zahlen am Ende wieder einmal die Berlinerinnen und Berliner.“
Philipp Dittrich, ein weiterer Vertreter der Initiative, fügt hinzu, dass es unangemessen sei, kurz vor der Wahl Fakten zu schaffen und die finanziellen Risiken auf die Zeit nach der Wahl zu verschieben. Für ihn stellt dies einen unrechtmäßigen Blankoscheck zu Lasten der Steuerzahler dar.
Aleksandra Kwasnik von der Bürgerinitiative macht deutlich: „Die gesetzlich vorgeschriebenen Artenschutzmaßnahmen funktionieren nachweislich nicht. Statt erst ihre Wirksamkeit sicherzustellen, schafft man Fakten und nimmt sehenden Auges weitere Verzögerungen und Mehrkosten in Kauf.“ Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert daher den Senat auf, die Grundlagen der Ausschreibung sowie die Kostenberechnung offenzulegen und das Risiko von Nachträgen transparent zu kommunizieren.
- Spandauer Wahl: Wer wird neuer Bezirksbürgermeister?
- Wer wird neuer Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf?
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!