Neue Azubis starten Ausbildung – Tausende Lehrstellen bleiben leer
Am Dienstag startete ein neuer Jahrgang Auszubildender in Berlin. Doch rund 14.000 Lehrstellen sind noch nicht besetzt. Maike Marneth aus Bad Essen beginnt, zusammen mit acht weiteren Neu-Azubis, ihre Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin bei Hempel Gesundheitspartner – einem 120 Jahre alten Berliner Traditionsbetrieb. Ausgebildet werden hier neben Servicefahrern, Orthopädie-Schuhmacher und ‑Mechaniker sowie Kaufleute im Einzelhandel, Gesundheitswesen und Büromanagement.

Der Start ins Berufsleben war für die 20-jährige Marneth relativ leicht. „Ich habe mich auf etwa zehn Ausbildungsstellen in der Nähe meines Wohnortes sowie in Berlin beworben“, berichtet sie. „Meine Wahl fiel auf Hempel, weil mich das Unternehmen insgesamt am meisten überzeugt hat. Besonders spannend finde ich, dass hier Sportprothesen hergestellt werden und man mit seiner Arbeit Menschen unmittelbar unterstützen kann.“ Zudem habe Hempel auf sie „einen sehr professionellen Eindruck gemacht“. Auch ein Argument: die gute Erreichbarkeit. „Der Standort in Berlin hat für mich eine wichtige Rolle bei meiner Entscheidung gespielt“, erklärt die Auszubildende.

19 Azubis lernen aktuell bei Hempel – auch Handwerk gehört dazu.© Hempel Gesundheitstechnik | Hempel Gesundheitstechnik
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Maria Seifert ist die Ausbildungsbeauftragte bei Hempel. Hier lernen insgesamt 19 Azubis in kaufmännischen und handwerklichen Berufen. Die Ausbildung dauert, je nach Bereich, bis zu dreieinhalb Jahre. Viele Firmen in Berlin haben Schwierigkeiten, die passenden Azubis zu finden, und klagen über Wissenslücken in Deutsch und Mathematik.
Die Zahl der Bewerbungen war „insgesamt zufriedenstellend“
Für Hempel gilt das nicht. Seifert: „Die Zahl der Bewerbungen ist insgesamt zufriedenstellend für unser Unternehmen. Allerdings stellen wir fest, dass viele junge Menschen noch unsicher in ihrer Berufswahl sind oder sich sehr kurzfristig bewerben.“ Neben sehr engagierten Bewerbern gäbe es auch Bewerbungen, so Seifert, die unvollständig sind oder nur wenig Bezug zum Ausbildungsberuf erkennen lassen.
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Welche Kriterien spielen bei der Beurteilung der neuen Azubis eine Rolle? Seifert: „Neben Fehlzeiten und Verspätungen achten wir besonders auf Motivation, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit und die persönliche Eignung für den Beruf.“ Dazu gehören bei der Bewerbung ein aussagekräftiges Anschreiben, ein gepflegter Lebenslauf und ein überzeugendes Gespräch. Diese „sind für uns oft wichtiger als einzelne Noten“, so Seifert.
Die Firma bietet Azubis eine „99-prozentige Übernahme-Chance“
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Die Ausbildungsleiterin weiß, dass viele Azubis Probleme beim Start in die Berufsausbildung haben. „Die größten Herausforderungen für Azubis im ersten Lehrjahr liegen häufig im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt“, erklärt sie. „Dazu gehören Pünktlichkeit, Eigenverantwortung, Durchhaltevermögen und das Verständnis für betriebliche Abläufe.“ Gleichzeitig spiele auch „die soziale Integration ins Team“ eine wichtige Rolle. Seifert: „Deshalb begleiten wir unsere Auszubildenden in den ersten Monaten besonders intensiv.“
Um Azubis anzulocken, müssen sich Firmen immer mehr einfallen lassen. Hempel bietet nach eigenen Angaben eine „99-prozentige Übernahme-Chance“ und betreut Azubis individuell. Auch ein BVG-Ticket wird vom Arbeitgeber gesponsert, und an Geburtstagen gibt es einen Tag frei. „Darüber hinaus veranstalten wir regelmäßige Azubi-Events wie ein Azubi-Frühstück, gemeinsame Lerntage, Projektarbeiten, Schulungen und Workshops“, erklärt die Firma.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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