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Oranienburg: 500‑Kilo-Bombe wird entschärft – das müssen Sie wissen

Markus S. · 02. September 2026, 07:55 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Oranienburg: 500‑Kilo-Bombe wird entschärft – das müssen Sie wissen

Seit Monaten stapeln sich in Oranienburg 30 Schiffscontainer. Sie dienen als Splitterschutzwand, um umliegende Häuser im Falle einer plötzlichen Detonation zu schützen. Denn die Gegend in Brandenburg ist gewissermaßen ein Pulverfass. Seit 1999 sind dort laut Innenministerium fast 240 große Bomben geräumt worden. Rund 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges vermuten Experten aber noch immer mehr als 200 Bomben unter der Stadt. 

Am heutigen Mittwoch soll im Oranienburger Ortsteil Lehnitz eine 500 Kilogramm schwere Bombe entschärft werden. Das ist selbst für die Stadt, in der jährlich diverse Sprengmittel gefunden werden, etwas Besonderes.

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„500 Kilogramm haben wir schon lange nicht mehr gehabt“, sagte eine Sprecherin der Oranienburger Stadtverwaltung. „Das ist etwas, was vom Umfang schon besonders ist.“ Im Jahr 2024 sei die letzte Bombe mit 500 Kilogramm entschärft worden – davor im Jahr 2020. In beiden Fällen wurde der Zünder herausgedreht, sagte die Sprecherin.

4700 Menschen sind vom Sperrkreis betroffen

Für die Entschärfung ist das Gebiet im Umkreis von etwa 1000 Metern um den Fundort ab 8 Uhr gesperrt. Knapp 4.700 Menschen mussten den Bereich bis zum Abschluss der Arbeiten verlassen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Neben den Wohnhäusern sind verschiedene Einrichtungen betroffen. „Unter anderem befinden sich hier die Grundschule, die Kita und der Hort Lehnitz, die Frieda-Glücksmann-Oberschule, das Friedrich-Wolf-Haus, eine Senioreneinrichtung für altersgerechtes Wohnen, die Gemeinschaftsunterkunft, ein Teil des Oder-Havel-Kanals, der S-Bahnhof Lehnitz sowie die Gleisanlagen zwischen S-Bahnhof Lehnitz und S-Bahnhof Borgsdorf“ in dem Sperrkreis, schrieb die Stadtverwaltung.

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Die Bombe amerikanischer Bauart war im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche gefunden worden. Sie befindet sich nach Angaben der Stadtverwaltung „circa sechseinhalb Meter tief in der Erde“. Der Sprengkörper ist mit „einem intakten, chemischen Langzeitzünder versehen“.

Es kommt zu Verkehrsbehinderungen

Bis 10 Uhr verkehren die S-Bahnen regulär, halten aber nicht am S-Bahnhof Lehnitz. „Danach verkehren die Züge der Linie S1 nur ab und bis Birkenwerder“, so die Stadtverwaltung. Der Bahnhof Borgsdorf werde dann ebenfalls so lange nicht mehr angefahren, wie der Sperrkreis bestehe. Die S-Bahn hat einen Busnotverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder eingerichtet. 

Die Regionalbahnen fahren laut Stadtverwaltung bis 19 Uhr. Danach ist der Regionalbahnverkehr bis zum Abschluss der Bombenentschärfung unterbrochen. Es soll Ersatzfahrpläne geben.

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Die Region um Oranienburg ist stark durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet. Im Zweiten Weltkrieg war unter anderem wegen besonderer Bodenverhältnisse in Oranienburg ein Großteil der Bomben nicht explodiert, sodass eine hohe Zahl an Blindgängern im Boden vermutet wird. Bundesweit sei keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg, sagte ein Sprecher des Innenministeriums vor einiger Zeit.

dpa

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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