Ein Naturschauspiel: Rothirsche in der Döberitzer Heide
Der Herbst steht vor der Tür, und in der Döberitzer Heide westlich von Berlin kündigt sich ein faszinierendes Naturereignis an. Die Heinz Sielmann Stiftung informierte, dass mit dem Beginn der Paarungszeit der Rothirsche ein reger Lärm in den Wäldern zu erwarten ist.
Zunächst ziehen die weiblichen Tiere mit ihren Nachkommen in sogenannten Kahlwildrudeln zu den traditionellen Brunftstätten. Kurz darauf folgen die männlichen Hirsche, was zu einem erbitterten Konkurrenzkampf führt. „Ein explosiver Mix aus Sexualhormonen setzt einen ohrenbetäubenden Wettbewerb in Gang: Die Hirsche konkurrieren darum, ihre Dominanz zu zeigen und sich mit den Hirschkühen zu paaren“, erläuterte eine Sprecherin der Stiftung. Ihr charakteristisches Röhren ist oft kilometerweit zu hören.
Sven Wilhelm, Landschaftspfleger und Jagdaufseher der Heinz Sielmann Stiftung, beschrieb den September als eine „wirklich magische Zeit“ in der Döberitzer Heide, wenn das Rotwild auf den Freiflächen in großen Brunftrudeln zusammenkommt.
Das Röhren dient dazu, potenzielle Rivalen abzuschrecken und die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Besonders jüngere Hirsche können dabei eingeschüchtert werden. „Regelmäßig kommt es nur dann zu physischen Kämpfen, wenn zwei Rivalen von ähnlicher Größe und Vitalität aufeinandertreffen“, erklärte die Sprecherin. Solche Auseinandersetzungen können schwere Verletzungen zur Folge haben.
Die Brunft ist äußerst anstrengend für die Rothirsche. Über mehrere Wochen sind sie fast rund um die Uhr mit diesem Prozess beschäftigt. Dabei schlafen sie kaum und nehmen weniger Nahrung zu sich, was dazu führt, dass sie von ihren Fettreserven zehren. „Am Ende hat ein Platzhirsch bis zu einem Drittel seines Körpergewichts verloren“, betonte die Sprecherin.
Für diejenigen, die dieses beeindruckende Schauspiel selbst erleben möchten, bietet das Natur-Erlebniszentrum Döberitzer Heide Exkursionen an. Am Donnerstag, dem 17. September, beginnt die Reihe „Könige des Waldes“ mit vier verschiedenen Terminen. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Stiftung zu finden.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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