Wieder Streik an der Charité: Pflegekräfte fordern mehr Unterstützung
Ein neuer Streik an der Berliner Charité wird am 17. und 18. September stattfinden. Der Arbeitskampf beginnt am Donnerstagmorgen und soll am Freitagabend nach der Spätschicht enden. Die Pflegekräfte, organisiert durch die Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer, setzen sich für die Fortführung des Entlastungstarifvertrags ein.
Aktuell sind die Regelungen des Entlastungstarifvertrags bis zum 31. Dezember 2026 wirksam, jedoch verliefen die bisherigen Verhandlungen über eine Verlängerung des Vertrags ohne Erfolg. Verdi argumentiert, dass dieser Vertrag bereits zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen an der Charité geführt habe, indem er verbindliche Personalvorgaben und einen Ausgleich für Überstunden in Personalmangel-Situationen geschaffen hat.
Vor diesem Hintergrund fand bereits vom 2. bis 4. September ein dreitägiger Warnstreik statt. Verdi berichtete außerdem, dass seit der Einführung der Regelung über 1000 zusätzliche Pflegekräfte an der Charité eingestellt werden konnten, was die positive Wirkung der Regelung unterstreicht.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen jedoch eine Herausforderung dar. Für das Jahr 2025 wird ein Defizit von 63,6 Millionen Euro erwartet, nachdem das Klinikum 2024 ein Minus von 87,4 Millionen Euro verzeichnete. Als landeseigene Einrichtung vereint die Charité Krankenversorgung, Forschung und Lehre, was durch die Sparmaßnahmen des Landes unter Druck geraten ist. Das Fehlen budgetärer Mittel hat Auswirkungen auf Lehre, Ausbildung und Arbeitsbedingungen und macht den Konflikt politisch brisant – besonders im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September.
Die Charité wird in den betroffenen Abteilungen zeitnah entscheiden, ob und welche Behandlungen während des Streiks verschoben werden müssen, und betroffene Patienten werden wie gewohnt direkt informiert. Mit fast 3300 Betten zählt die Charité zu den größten Universitätskliniken in Europa und beschäftigt rund 23.480 Mitarbeiter, was sie zu einem der größten Arbeitgeber in Berlin macht.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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