Streik für sieben Prozent mehr: Verdi legt Groß- und Einzelhandel lahm
Wer noch Einkäufe vor sich hat, sollte diese möglichst noch heute erledigen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat zu einem mehrtägigen Warnstreik im Groß- und Einzelhandel in Berlin und Brandenburg aufgerufen. Grund sind stockende Tarifverhandlungen.

Die Arbeitgeberseite weigere sich seit Monaten, ein Angebot vorzulegen, das für alle Beschäftigtengruppen ein Einkommen oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns sicherstelle, teilte die Gewerkschaft mit.
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Gehaltsverhandlungen im Groß- und Einzelhandel: Gefordert werden sieben Prozent mehr Geld
In einzelnen Großhandelsbetrieben wurde schon am Donnerstag gestreikt. Höhepunkt soll aber am Freitag sein. Im Einzelhandel werde der Warnstreik dann am Samstag fortgesetzt, teilte die Gewerkschaft mit. Am Freitag ist ab 11.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Breitscheidplatz geplant.
Verdi forderte bei den bundesweit parallel geführten Verhandlungen sieben Prozent mehr Geld, mindestens 222 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In der laufenden Tarifrunde hat die Gewerkschaft auch in Berlin und Brandenburg schon mehrmals Warnstreiks organisiert.
Tarifverhandlungen: NRW erzielt als erstes Bundesland Einigung
In Nordrhein-Westfalen einigte sich Verdi mit den Arbeitgebern zuletzt auf ein Tarifergebnis – es ist der erste Abschluss in einem Tarifgebiet seit Beginn der Verhandlungen im Frühjahr.
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Die Beschäftigten in NRW erhalten Verdi zufolge ab August 2026 ein Plus von drei Prozent, ab Mai 2027 um weitere zwei Prozent. Der Tarifvertrag läuft 25 Monate. Für die unteren Entgeltgruppen soll laut Verdi ein Mindeststundenlohn von 14,20 Euro ab August 2026 und von 14,90 Euro ab Mai 2027 gelten.
Tarifbindung sinkt: Immer weniger Unternehmen halten sich an Verträge
„Der Abschluss in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass 14,90 Euro als unterstes Gehaltsniveau erreichbar und Einigungen möglich sind, wenn der Wille dazu besteht“, sagte Conny Weißbach, Verdi-Landesfachbereichsleiterin Handel in Berlin-Brandenburg, laut Mitteilung. Für Berlin und Brandenburg brauche es aber eine Lösung, die besondere Bedingungen berücksichtige. „Dazu gehört vor allem, dass Beschäftigte nicht weniger als 14,90 Euro verdienen“, sagte Weißbach.
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Bundesweit arbeiten etwa 3,4 Millionen Menschen im Einzelhandel. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering. 2024 waren nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 23 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber beschäftigt. In der Gesamtwirtschaft waren es 49 Prozent.
dpa
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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