Anwohner in Lichtenrade protestieren gegen Baustelle
Die Umgebung des Lichtenrader Bahnhofs ist seit längerer Zeit eine Baustelle, was viele Anwohner ärgert. Die Bauarbeiten verzögern sich immer wieder und die Straße ist nach wie vor verengt. Bauzäune und Baustellenfahrzeuge sind das dominierende Bild in der Einkaufsstraße. Eine aktuelle Mitteilung besagt, dass die Arbeiten erst im Jahr 2030 abgeschlossen sein sollen.
Anwohner und Geschäftsinhaber empfinden diese Zeitspanne als zu lang und haben aus diesem Grund Unterschriften gesammelt. Der Einwohnerantrag mit dem Titel „Lichtenrade hat genug – Bahnhofstraße zügig fertig bauen!“ wurde in der letzten BVV-Sitzung von Tempelhof-Schöneberg eingereicht. Laut eigenen Angaben hat die Initiative 2748 Unterschriften gesammelt, wovon 1104 als gültig anerkannt wurden. Damit wurde das erforderliche Quorum erreicht, um die formalen Zulässigkeitskriterien zu erfüllen.
Den Antrag unterstützt unter anderem der Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V., der auf eine zügige Fertigstellung der Maßnahmen drängt. Der Verein betont, dass die Bauarbeiten zu erheblichen Belästigungen für die Anwohner, Gewerbetreibenden und den öffentlichen Verkehr führen. Insbesondere sei die Erreichbarkeit der Geschäfte eingeschränkt, was zu finanziellen Einbußen für die Händler führt.
Die Initiative hat bereits einen ersten Erfolg erzielt: Am 7. Oktober findet im Gemeinschaftshaus Lichtenrade eine Einwohnerversammlung statt, die von 18 bis 21 Uhr dauert. Dort haben die Anwohner die Möglichkeit, Informationen über den Umbau der Bahnhofstraße zu erhalten. Unter den Referenten sind auch die Bezirksstadträtinnen Saskia Ellenbeck (Grüne) und Eva Majewski Sparacino (CDU) sowie Vertreter der beteiligten Unternehmen. Stefan Böltes, der Vorsteher der BVV, wird die Veranstaltung moderieren. Die Einwohnerversammlung hat keinen Entscheidungscharakter, sondern wird „ergebnisoffen moderiert“, wie das Bezirksamt anmerkt.
Kritisiert wird unter anderem, dass die Anwohner seit sechs Jahren verschiedenen Baustellen ausgesetzt sind. 2020 begannen die Arbeiten an der Unterführung für die neue Dresdner Bahn. Ab 2022 wurde auch die Bahnhofstraße zur Baustelle. Es gab immer wieder Verzögerungen, was dazu führte, dass der Bezirk 2024 die Baufirma wechselte, die bereits mit den Arbeiten im Verzug war. Nachdem eine neue Firma beauftragt wurde, waren die Erwartungen auf eine Fertigstellung im Jahr 2028 gerichtet, doch auch dieser Zeitrahmen ist mittlerweile nicht mehr zu halten. Laut der Internetseite des Berliner Senats ist die Fertigstellung nun für „voraussichtlich 2030“ geplant.
Der Umbau der Bahnhofstraße umfasst grundlegende Maßnahmen, darunter die Erneuerung von Fahrbahn und Gehwegen, die Neuverlegung zahlreicher Leitungen sowie die Schaffung von barrierefreien Haltestellen. Zudem sollen breitere Gehwege und zusätzliche Radwege entstehen, während die Kfz-Stellplätze neu geordnet werden.
Insgesamt gliedert sich der Umbau in drei Bauphasen, in denen jeweils zuerst die Nord- und dann die Südseite der Straße bearbeitet wird, wodurch die Bahnhofstraße jeweils einseitig befahrbar bleibt.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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