BVG verzögert Testbetrieb für autonome Kleinbusse
Der Beginn des Testbetriebs mit Fahrgästen in den autonomen Kleinbussen, die Teil eines Pilotprojekts der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind, verzögert sich. Geplant war, dass die Fahrgäste bereits im ersten Halbjahr in den elektrisch betriebenen Fahrzeugen des Herstellers VW Platz nehmen könnten. Nun strebt die BVG an, "bestenfalls noch in diesem Jahr" den Fahrgastbetrieb zu starten, wie das Unternehmen auf eine Anfrage hin mitteilte. Für einen Start im Herbst arbeiten alle Beteiligten aktuell an notwendigen technischen Anpassungen und betrieblichen Vorbereitungen.
Diese Nachricht könnte die Befürchtungen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) zerstreuen, die im "Tagesspiegel" geäußert hatte, dass der Probebetrieb erst im kommenden Jahr beginnen könnte. Auf Nachfrage äußerte sich die BVG jedoch nicht zu den Gründen für die Verzögerung. Das Projekt mit dem Namen "NoWeL 4" wurde im vergangenen Jahr im Berliner Nordwesten ins Leben gerufen, wobei mehrere Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt sind, darunter das Unternehmen Moia, das seit 2019 einen Sammeltaxi-Dienst in Hamburg betreibt. Bisher fanden lediglich Test- und Vermessungsfahrten statt.
Das Hauptziel dieses Projekts ist es, den herkömmlichen Nahverkehr mit flexiblen, autonomen Beförderungsangeboten zu verbinden. Während des Fahrgastbetriebs werden fünf Fahrzeuge in einem Testgebiet von etwa 15 Quadratkilometern eingesetzt, das Teile von Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf umfasst. Laut BVG bewegen sich die Fahrzeuge frei innerhalb des definierten Gebiets und bedienen bei Bedarf rund 80 Bushaltestellen sowie virtuelle Haltepunkte.
Seit 2017 testet die BVG autonomes Fahren in mehreren kleineren Projekten. Die neuartigen Fahrzeuge vom Typ VW ID. Buzz AD sind mit zahlreichen Kameras, Sensoren und Elektronik ausgestattet und können nach Angaben der BVG auf dem sogenannten Autonomielevel vier fahren, das für einen vollautonomen Betrieb erforderlich ist. Während der Testfahrten wird jedoch eine Person auf dem Fahrersitz sitzen, um die Abläufe zu überwachen und im Notfall eingreifen zu können. Zudem erfolgt eine Fernüberwachung der Fahrzeuge von einer Projektleitstelle aus.
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