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ARD-Serie „Breitscheidplatz 19/12“: Dreht sich alles um den Terroranschlag

Darian F. · 27. Oktober 2026, 10:19 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
ARD-Serie „Breitscheidplatz 19/12“: Dreht sich alles um den Terroranschlag

Am Montag, den 19. Dezember 2016, gegen 20 Uhr, steuert ein großer Lkw schnell auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin, nahe dem Kurfürstendamm, zu. Der Fahrer, der islamistische Terrorist Anis Amri aus Tunesien, überfährt Menschen, ohne zu bremsen, und hinterlässt ein Bild des Schreckens: ein Trümmerfeld voller Todesopfer und Schwerverletzter. Das automatische Bremssystem des Lkw stoppt erst nach rund 70 bis 80 Metern.

Bereits im Jahr 2015 gab es konkrete Hinweise auf Amri, die vom Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen erhalten wurden, basierend auf Informationen eines Informanten aus der islamistischen Szene. Auf diesen Hintergrund bezieht sich die fiktionale Serie „Breitscheidplatz 19/12“, die die ARD zehn Jahre nach dem Anschlag anbietet. Die Premiere fand im September beim Toronto International Film Festival statt; die Ausstrahlung beginnt am 30. Oktober in der Mediathek und wird am 1. und 6. November im Fernsehen gezeigt.

Die sechsteilige Reihe mit jeweils 45 Minuten behandelt die Vorgeschichte des Anschlags und richtet den Fokus auf radikale Hassprediger in NRW sowie auf die intensiven Ermittlungen des LKA. In den Mittelpunkt rücken der eintönige Staatschutzbeamte Frank Laudin (Albrecht Schuch), die junge Polizistin Isra (Bayan Layla) und der Undercover-Informant Cem (Tamer Trasoglu). Der vorkommende Amri selbst wird nur kurz gesehen, während die Erzählung stark von den ermittelnden Figuren geprägt ist.

Regisseur und Autor David Nawrath rückt dabei Laudin in den Vordergrund, einen Ermittler, der sich durch seine unkonventionelle Art von den gängigen Heldenbildern abhebt und auch von Kollegen und Familie oft missverstanden wird. „Wir wollten eine Ermittlerfigur schaffen, die nicht versucht, gemocht zu werden und die sich der düsteren Realität stellen muss“, erklärt Nawrath zu seiner Herangehensweise.

Die Figur Isra bringt eine zusätzliche Perspektive in die Geschichte. Sie hat ihren Vater durch den IS verloren und verdeutlicht damit, dass auch viele Muslime unter dem Terror leiden. Cem, zudem ein realer Informant, spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung von Verbrechen und ermöglichte Ermittlungen gegen Islamisten. Nach dem Anschlag trat er in ein Zeugenschutzprogramm ein.

Die Spannedheit der Serie resultiert aus einer realistischen Darstellung der Lebensumstände der Protagonisten, die oft in beengten Verhältnissen agieren. Um die Düsternis und den Druck ihrer Arbeit zu verdeutlichen, setzten die Macher auf fensterlose Büros, die an Kommissariate erinnern sollen, jedoch nicht den übertriebenen Darstellungen der klassischen Krimis entsprechen.

Die Erzählweise vermischt dokumentarische Elemente mit Spekulationen und Diskussionen über mögliche Versäumnisse seitens der Sicherheitsbehörden. „Wir wollten eine unverblümte Sicht auf die Schwierigkeiten des Rechtsstaats darstellen“, so Nawrath. Die Serie befasst sich mit den Herausforderungen der Sicherheitsbehörden und den Grenzen der Überwachung, unterstreicht aber auch, dass absolute Sicherheit nicht existiert, selbst wenn V-Leute und Überwachung eingesetzt werden.
dpa

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