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Harte Urteile im Marihuanaskandal: Bis zu 15 Jahre Haft

Markus S. · 20. August 2026, 13:20 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Harte Urteile im Marihuanaskandal: Bis zu 15 Jahre Haft

In einem Gerichtsverfahren, das mehr als sieben Tonnen Marihuana betraf, wurden die drei Hauptverantwortlichen zu erheblichen Haftstrafen verurteilt. Das Landgericht Berlin sprach einem 48-jährigen Angeklagten insgesamt 15 Jahre und sechs Monate wegen bandenmäßigen Handels mit Cannabis zu. Ein 45 Jahre alter Angeklagter erhielt eine Strafe von acht Jahren und neun Monaten, während ein 41-Jähriger zu sechseinhalb Jahren verurteilt wurde.

Die Vorsitzende Richterin Nina Sommer erläuterte: "Es geht um internationale organisierte Kriminalität." Das Marihuana war mit einer Tarnfirma aus Kanada nach Deutschland geschmuggelt worden, versteckt in Schiffscontainern zwischen Holzlieferungen. Zwischen August 2023 und November 2024 wurden sieben Lieferungen mit jeweils 1,1 Tonnen durchgeführt, wobei die letzte Ladung von der Polizei sichergestellt wurde.

Im Fall des 48-jährigen Angeklagten wurden, unter Berücksichtigung einer vorherigen Strafe, zwei Haftstrafen von sieben und acht Jahren zusammengelegt. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von jeweils 2,34 Millionen Euro gegen ihn und den 45-Jährigen an.

Insgesamt wurden sechs weitere Angeklagte im Alter von 25 bis 51 Jahren wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Konsumcannabisgesetz für schuldig befunden. Ihnen wurden Strafen von bis zu drei Jahren und neun Monaten auferlegt; in zwei Fällen wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Ein 28-jähriger Mann erhielt fünf Jahre wegen gewerbsmäßigen Handels mit Cannabis.

Laut Ermittlungen hatte der 45-Jährige ein Tarnunternehmen in Brandenburg betrieben, um den Anschein legaler Holzlieferungen zu erwecken. Das Marihuana wurde dabei auf dem Firmengelände im Landkreis Barnim abgeladen. Für jede Lieferung soll der Unternehmer mindestens 390.000 Euro erhalten haben, wie die Richterin feststellte. Der 48-Jährige spielte eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung an Abnehmer in Deutschland, während der 41-Jährige als „Logistiker“ der Gruppe agierte.

Während des siebenmonatigen Verfahrens haben sich viele Angeklagte geäußert, teilweise auch geständig. Besonders der 48-Jährige gestand, dass er das System mit den Containern akzeptierte. Den Aussagen des 45-jährigen Unternehmers, der behauptete, Holzlieferungen für Sauna-Technik und Zubehör durchgeführt zu haben, folgte das Gericht nicht. "Es ging nicht um das Holz", stellte die Richterin klar.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Antrag höhere Strafen gefordert. Im Fall des 48-jährigen Angeklagten wurden bis zu neuneinhalb und zehneneinhalb Jahre Haft beantragt, zudem die Einziehung von Erträgen in Höhe von etwa 19,5 Millionen Euro. Einige Verteidiger plädierten für Freisprüche für vier der Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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