Alte Eiche in Niederschönhausen muss weichen
In der Schloßallee von Niederschönhausen wird eine zweihundert Jahre alte Eiche gefällt, um Platz für den Bau von elf neuen Wohnungen zu schaffen. Viele Anwohner haben gegen die Fällung protestiert und über 2500 Unterschriften gesammelt, doch ihre Bemühungen kamen zu spät. Das Bezirksamt hat die Genehmigung bereits erteilt, und seit Freitag wird der beeindruckende Baum, der zwei Weltkriege überstanden hat, zum Kleinholz verarbeitet.
Bereits 2024 schrumpfte der Baumbestand im waldarmen Bezirk Pankow um 1629 Bäume. So gab es insgesamt 2362 Fällungen, während nur 733 neue Bäume gepflanzt wurden. Besonders belastet wurde der Prenzlauer Berg, wo 365 Bäume gefällt und lediglich 81 gepflanzt wurden – ein Minus von 284 Bäumen. Auch in Wilhelmsruh und Rosenthal fehlten 218 Bäume.
Es ist frustrierend, dass die Kettensäge immer wieder als Sieger hervorgeht, nicht nur in der Schloßallee in Pankow. Auch in anderen Bezirken werden alte Bäume schnell gefällt, um Platz für Neubauten zu schaffen. An anderer Stelle werden schwache, junge Bäumchen als Ausgleich gepflanzt, in der Hoffnung, dass sie den Herausforderungen wie Trockenheit und dem rauen Stadtklima standhalten. Aber hat Berlin wirklich das Ziel, den Klimawandel zu bekämpfen, oder wurde dieses stillschweigend aufgegeben?
In der Schloßallee setzen sich die Bürger für den Erhalt der beiden letzten alten Bäume ein und kämpfen um deren Schutz. Sie lassen sich nicht entmutigen und hoffen auf Erfolg, denn was nützt eine überdichte Stadt, in der es im Sommer unerträglich heiß wird? Ein Baum soll fallen? Nein, danke!
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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