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Google DeepMind und die Herausforderung der Dialekte

Nora Z. · 05. November 2026, 09:10 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Google DeepMind und die Herausforderung der Dialekte

Nach Angaben von Daan van Esch von Google DeepMind werden weltweit mehr als 7000 Sprachen gesprochen. In einem Interview mit der Morgenpost stellte der niederländische IT-Experte den neuen „Language Explorer“ sowie den „Live Translator“ für Google Meet vor. Ab Donnerstagabend ist der innovative Google-Explorer in der Ausstellung „Real Talk. Sprache. Macht. Welt“ im Museum für Kommunikation in Berlin-Mitte zu sehen.

Der Google Language Explorer stellt eine interaktive Weltkarte dar, auf der Nutzer die Sprachen der verschiedenen Länder erkunden können. Für Deutschland nennt van Esch Beispiele wie Plattdeutsch und Fränkisch, während für die Berliner Region der Dialekt Sorbisch erwähnt wird. Dieser Sprachen-Browser richtet sich insbesondere an Forschende, Lehrende und sprachliche Interessierte.

Die Entwicklung der Sprachenübersetzung hatte bei Google, welches im März dieses Jahres sein erstes KI-Zentrum in Berlin-Mitte eröffnet hat, nicht immer einen so hohen Stellenwert. Während im Jahr 2006 lediglich Englisch und Arabisch verfügbar waren, umfasst das Angebot inzwischen fast 250 Sprachen. Laut van Esch kann jeder den Explorer kostenlos im Internet nutzen, wobei einige Dutzend Mitarbeiter in den vergangenen Jahren an dessen Entwicklung mitgewirkt haben – niemals in Vollzeit.

Van Esch erläuterte, dass der Explorer zwei Hauptziele verfolgt: Er soll einerseits Staunen über die sprachliche Vielfalt wecken und andererseits Google dabei unterstützen, Produkte für mehr Sprachen und Dialekte zu entwickeln. Die künstliche Intelligenz sei jedoch im Umgang mit Dialekten noch in der Anfangsphase. Zunächst wolle Google ein Verständnis dafür entwickeln, welche Dialekte es überhaupt gibt, um diese zukünftig besser zu unterstützen.

Van Esch äußerte, es würde ihn nicht überraschen, wenn die KI beispielsweise mit dem Nürnberger Dialekt Schwierigkeiten habe. Besonders herausfordernd seien Sprachen ohne nahe Verwandte, darunter auch Baskisch. Der Berliner Dialekt ist laut van Esch bislang nicht im Explorer berücksichtigt, da er im Unicode-Standard nicht erfasst ist – dies ist eine internationale Übereinkunft zur standardisierten Darstellung von Schriftzeichen. Im Museum sind jedoch Tonaufnahmen der Berliner Sprachen und Dialekte zu hören.

In Bezug auf Übersetzungen merkt van Esch an, dass etwa 3000 Sprachen eine schriftliche Tradition besitzen und Android-Geräte Tastaturen für rund 900 Sprachvarianten anbieten. Der Google Übersetzer beherrscht aktuell circa 250 Sprachen und ermöglicht durch Funktionen wie Spracherkennung und Sprachausgabe, dass YouTube Videos automatisch synchronisieren kann. Trotz dieser Fortschritte sieht van Esch keine signifikante Auswirkung dieser Technologien auf die Arbeit von Literaturübersetzern. Nach seinem Kenntnisstand gibt es in deutschen Buchhandlungen keine Werke, die von einer KI übersetzt worden sind.

Die Ausstellung „Real Talk! Sprache. Macht. Welt“ wird am Donnerstag, dem 5. November 2026, um 19 Uhr eröffnet (Einlass ab 18:30 Uhr) und läuft bis zum 27. Februar 2028 im Museum für Kommunikation in der Leipziger Straße, Berlin-Mitte.

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Nora Z.

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Nora Z. Ressort Technik

Digitale Trends, smarte Stadtentwicklung und die Technologien von morgen - das ist Noras Baustelle. Ob Künstliche Intelligenz, Mobilität oder Digitalpolitik - sie erklärt komplexe Themen verständlich und zeigt, wie Innovationen das Leben in Berlin schon heute verändern.

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