Kreativer Plakat-Start: Berliner Parteien im Wahlkampfmodus
In Berlin haben die politischen Parteien im Wahlkampf den Turbo gezündet: Ab Sonntag um 12 Uhr ist es erlaubt, tausende Wahlplakate in der Stadt aufzuhängen, um für ihre Anliegen und Kandidaten zu werben. Wie strikt die Regeln eingehalten werden müssen, zeigt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mit angekündigten Kontrollen. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern rechnen und riskiert, dass die Plakate abgehängt werden.
Trotz dieser strengen Vorgaben nutzte Die Linke die Zeit und platzierte bereits im Vorfeld Wahlplakate in Steglitz, wo ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp von einem knallroten Plakat lächelte. Es bleibt unklar, warum sie sich vor dem offiziellen Start bereits auf den Laternenmasten präsentierte; möglicherweise war die neue Regelung über den späteren Anhangszeitpunkt nicht allen Genossen bekannt. Das Berliner Straßengesetz wurde zuvor in gemeinsamer Abstimmung zwischen CDU und SPD angepasst.
In Mahlsdorf hingegen wollte die CDU die Wählerschaft mit eindeutigen Botschaften erreichen, obwohl sie ebenfalls zu früh mit dem Plakatieren begann und damit gegen die Vorschriften verstieß. Auch hier versprach die Partei, „Berlin wird sauber“, und forderte „knallharte Strafen für Müllsünder“. Der Wettbewerb zwischen der CDU und der AfD, angeführt von Stefan Evers, scheint somit schon vor dem offiziellen Wahlkampf in vollem Gange, nachdem die CDU schon am Samstagabend in Marzahn-Hellersdorf beim Plakatieren beobachtet wurde.
Die Sozialdemokraten aus dem Kurt-Schumacher-Haus wurden ebenfalls beim frühen Plakatieren entdeckt. Ein aufmerksamer Nutzer hatte eine Gruppe von zwei Plakatierern in Neukölln beobachtet, die abends um 21:15 Uhr aktiv waren – ganz im Widerspruch zur Regelung. Auch die Grünen ließen sich bei diesen Vorstößen nicht lumpen.
In Frohnau sorgte ein Versehen bei der SPD für Aufregung: Zwei große Plakate von Kai Kottenstede und Alexander Ewers waren bereits am Mittwoch an einem zentralen Platz zu sehen, was als deutlicher Regelverstoß registriert wurde. SPD-Chef Gilbert Collé entschuldigte sich für den Vorfall und lud die anderen Parteien zu einem Instagram-Post auf seinem Kanal ein.
Selbst ein handgemaltes Plakat der Bergpartei wurde in Friedrichshain vorzeitig angebracht und sorgte für weitere Unruhe, während das Ordnungsamt rigoros durchgriff.
Insgesamt wollen die in Berlin aktiven Parteien, darunter die fünf im Landesparlament vertretenen sowie die FDP und BSW, laut eigenen Angaben mit nahezu einer Viertelmillion Wahlplakaten für sich werben. Dies zeigt deutlich, dass die heiße Phase des Wahlkampfes mittlerweile in vollem Gang ist. Der Wahltag fürs Berliner Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen steht am 20. September an, und die Plakate dürfen noch bis eine Woche nach der Wahl hängen bleiben.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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