Warnstreiks im Einzel- und Großhandel: Gysi spricht am Wittenbergplatz
Die Gewerkschaft Verdi hat für die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel in Berlin und Brandenburg zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Diese sollen am Freitag, den 31. Juli, beginnen und bis Samstag, den 1. August, andauern. Bei einer zentralen Kundgebung am Wittenbergplatz in Berlin wird auch der frühere Politiker der Linken, Gregor Gysi, am Freitagvormittag reden.
Verdi fordert im Rahmen der bundesweit stattfindenden Verhandlungen eine Lohnerhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 222 Euro, und das bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bereits in den vergangenen Tarifverhandlungen kam es immer wieder zu Warnstreiks in Berlin und Brandenburg. Jedoch spüren die Kundinnen und Kunden in der Regel von diesen Aktionen wenig.
In Bayern hingegen wurde vor etwa einer Woche ein Tarifabschluss im Großhandel erzielt. Hier einigten sich die Tarifparteien darauf, dass die Löhne der rund 240.000 Beschäftigten im Freistaat ab dem 1. August um 2,9 Prozent steigen werden. Zum 1. Mai ist eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent vorgesehen, wobei die Laufzeit bis Ende April 2028 beträgt.
In den Tarifgebieten Berlin und Brandenburg liegen derzeit noch Angebote der Arbeitgeberseite vor, die den bayerischen Abschluss nicht berücksichtigen. Verdi weist dabei auf die unterschiedlich gestaltete Entgeltstruktur, besonders in Brandenburg, hin. Mitarbeiter in den niedrigsten Lohngruppen würden bei den angebotenen Erhöhungen unter dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt werden. Verdi kritisiert, dass ausgerechnet die Beschäftigten mit den geringsten Einkommen nach dem Willen der großen Handelsunternehmen keine eigenständige Tariferhöhung erhalten sollen.
Wann die Verhandlungen in Berlin und Brandenburg fortgesetzt werden, ist derzeit unklar, da für beide Bereiche keine Termine festgelegt sind.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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