Proteste gegen die AfD in Mitte: Nachbarn äußern Bedenken
Im Heinrich-Heine-Kiez herrscht Unruhe, da im fünften Stock des Gebäudes am Köllnischen Park 1 die AfD plant, einzuziehen. Der Bereich ist bekannt für zivilgesellschaftliche Organisationen und bietet Geflüchteten Beratungsangebote.
Am Mittwoch übergab das Bündnis „Mitte liebt Vielfalt“ eine Petition, um den Einzug der AfD zu verhindern. Zwar blieb die angestrebte Anzahl von 25.000 Unterschriften knapp unter dem Ziel, aber mit etwa 300 Stimmen weniger war das Bündnis dennoch stolz auf sein Ergebnis, welches in den Briefkasten am Köllnischen Park eingeworfen wurde. Empfänger der Petition ist die Immobiliengesellschaft Arose, die bislang für keine Stellungnahme zu erreichen war. Das Bündnis zufolge gab es Kontaktversuche, jedoch war am Unternehmenssitz in Dahlem niemand anzutreffen.
In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Umzugswagen gesehen, die Kartons ausluden, auf denen angeblich „AfD Grundsatz“ stand. Eine anonym bleiben wollende Mitarbeiterin des Hauses berichtete, dass Personen, die zu Bewerbungsgesprächen bei der AfD geladen waren, sich in ihrem Stockwerk verirrten. Laut Medienberichten plant die Partei die Einrichtung einer Verwaltungszentrale im Kiez, was jedoch nicht näher spezifiziert wurde.
Die Sorgen in der Nachbarschaft sind vielfältig. In den unteren Etagen des Gebäudes sind Büros von Oxfam angesiedelt, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind – einem Bereich, in dem die AfD kürzen möchte. Es besteht die Befürchtung, dass Mitarbeitende und Geflüchtete, die psychologische Beratung erhalten, durch die AfD in ihrer Sicherheit beeinträchtigt sein könnten. Zudem äußerte Baur, dass die Möglichkeit besteht, dass die AfD das gesamte Gebäude übernehmen könnte, da einige Mietverträge nicht verlängert worden seien und die Partei aktuell auf der Suche nach neuen Büroflächen ist, nachdem sie ihre bisherigen Räumlichkeiten in Reinickendorf geräumt hat.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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