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Rückgang sexueller Gewalt gegen Kinder in Berlin

Berliner Morgenpost — Berlin · 21. Juli 2026, 11:19 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 4 Aufrufe
Rückgang sexueller Gewalt gegen Kinder in Berlin

Die Anzahl der in Berlin erfassten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch ist im Jahr 2022 gesunken, während Brandenburg einen Anstieg verzeichnete. Wie aus dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, wurden in der Hauptstadt 1.013 Fälle registriert, was 45 Fälle weniger als im Jahr 2021 entspricht.

Im Gegensatz dazu stiegen die Zahlen in Brandenburg von 413 auf 445 an. Für 2023 meldete Berlin 911 Fälle und Brandenburg 434 Fälle; im Vorjahr waren es in Berlin 935 und in Brandenburg 398. Die bundesweiten Statistiken zeigen in den vergangenen fünf Jahren einen alarmierenden Anstieg, mit insgesamt 17.126 Fällen im letzten Jahr, was etwa 1.600 mehr ist als 2021.

Verglichen mit dem Jahr 2024 stieg die Fallzahl um 772. Die Ermittlungen ergaben, dass in über der Hälfte der Fälle eine Vorbeziehung zwischen den Opfern und den Tatverdächtigen bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl von 1.191 auf 1.239 Fälle. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Kinder aus strafrechtlicher Sicht Personen unter 14 Jahren sind. Die Statistik erfasst lediglich die der Polizei gemeldeten und bearbeiteten Straftaten, das sogenannte Hellfeld, einschließlich der Versuchsdelikte. Der Bericht weist darauf hin, dass ein erhebliches Dunkelfeld zu erwarten ist.

Zusätzlich gab es einen Anstieg der Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung bei Jugendämtern in Berlin und Brandenburg. In Berlin wurden im Jahr 2022 insgesamt 22.434 Verfahren eingeleitet, was einem Anstieg um 1.161 Verfahren (5,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In Brandenburg stieg die Zahl um 2.356 auf 10.857 Verfahren.

In Berlin wurde bei 16 Prozent der betroffenen Kinder eine akute Gefährdung festgestellt, was bedeutet, dass eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls bereits eingetreten war oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten war. In 32 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor, was bedeutet, dass eine tatsächliche Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte. Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung in Berlin war die Vernachlässigung, die über die Hälfte der Fälle der akuten und latenten Gefährdung betraf (7.198 Fälle). Psychische Misshandlungen machten 25 Prozent aus, während körperliche Misshandlungen 17 Prozent ausmachten. In 528 Fällen (4 Prozent) mussten die Behörden wegen sexueller Gewalt ermitteln.

In Brandenburg war bei 16 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen eine akute und bei 19 Prozent eine latente Gefährdung zu verzeichnen. Auch hier stellte Vernachlässigung die häufigste Form dar (2.677 Fälle). Psychische und körperliche Misshandlungen machten 27 und 16 Prozent der Fälle aus, während es in 172 Fällen (3 Prozent) Anlass zur Sorge wegen sexueller Gewalt gab.

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