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Zoll am BER verzeichnet Rekordzahlen bei Kontrollen

Berliner Morgenpost — Berlin · 20. Juli 2026, 09:06 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Zoll am BER verzeichnet Rekordzahlen bei Kontrollen

Der Flughafen BER sorgt immer wieder für Schlagzeilen, wenn der Zoll bei seinen Kontrollen Drogen oder verbotene Souvenirs entdeckt. Eine aktuelle Auswertung des Hauptzollamts Potsdam, die vom "RBB" veröffentlicht wurde, zeigt, dass im vergangenen Jahr eine nie dagewesene Anzahl an Gepäckstücken und Reisenden überprüft wurde. So wurden etwa 662.000 Gepäckstücke, Passagiere und Frachtobjekte gesichtet – das entspricht einem Anstieg von 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2022 reisten 26 Millionen Passagiere über den BER, was ebenfalls einen Rekord darstellt.

Ein weiterer Blick auf die Zahlen offenbart, dass die festgestellten Verstöße um rund 21 Prozent zugenommen haben – von etwa 7650 im Jahr 2022 auf über 9200 im Jahr 2023. Trotz dieser Zunahme ist die Quote der gefundenen Verstöße gesunken: Sie fiel von 1,57 Prozent im Jahr 2023 auf nunmehr 1,4 Prozent, was auf die deutlich erhöhte Kontrolldichte zurückzuführen ist.

Die meisten der ermittelten Verstöße betrafen unversteuerte Tabakwaren. Bei den Drogen war Cannabis mit 141 Kilogramm führend, gefolgt von Khat, einer in Ostafrika und Jemen verbreiteten Pflanze, mit 598 Kilogramm und Amphetaminen mit 2144 Gramm. Zudem stellten die Zollbeamten 1488 Gramm Kokain sowie 172 Gramm Methylamphetamine (Crystal) und Heroin sicher.

Besonders auffällig war der große Fund von Khat, bei dem der Zoll insgesamt fast 600 Kilogramm sicherstellte und zwei Großfunde von 20 und 50 Kilogramm verzeichnete. Zum Vergleich: In einer Sitzung wird üblicherweise etwa 100 bis 200 Gramm der Khat-Blätter konsumiert, was die beschlagnahmten Mengen signifikant macht.

Im Bereich Cannabis wurden 141 Kilogramm festgestellt, was im Vergleich zu früheren Jahren, in denen es nur zwischen vier und zehn Kilogramm waren, eine drastische Steigerung darstellt. Der größte jemals erfasste Cannabis-Fund in der Geschichte des BER ereignete sich im April 2025, als eine Zollhündin 68 Kilogramm Cannabis im Gepäck zweier Passagiere aufspürte.

Die Zahl der Rauschgiftfunde insgesamt hat sich jedoch verändert: von 731 Einzelfunden im Jahr 2023 über 471 im Jahr 2024 auf 426 im Jahr 2025, trotz einer Zunahme bei den Kontrollen. Daraus resultiert, dass es weniger Einzelfälle gibt, dafür aber größere Mengen pro Fund.

Zusätzlich wurde im Bereich Barmittel, wie Geld und Schmuck, festgestellt, dass der Zoll in den letzten drei Jahren mehrere Hundert Verstöße jährlich erfasst hat. Der höchste Einzelfund im Jahr 2025 betrug einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Auch Verstöße gegen den Artenschutz nahmen zu: Hier registrierte der Zoll am BER 61 Fälle im Jahr 2023, 78 im Jahr 2024 und 88 im Jahr 2025, wobei insbesondere Korallen und Kaviar häufig sichergestellt wurden. Fast alle Artenschutzverstöße wurden als Ordnungswidrigkeit behandelt, nur in wenigen Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.

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