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Zukunft des RAW-Geländes gesichert, aber Fragen bleiben

Markus S. · 12. August 2026, 10:30 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Zukunft des RAW-Geländes gesichert, aber Fragen bleiben

Nach einer Einigung zwischen dem Eigentümer des RAW-Geländes, dem Berliner Senat und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sieht die Zukunft der dort ansässigen Clubs zunächst positiv aus. Für die nächsten Jahre scheint der Fortbestand gesichert, doch Marcel Weber, der Vorsitzende der Clubcommission Berlin, ist sich bewusst, dass der derzeitige Deal keine vollständige Beruhigung bedeutet. "Erstmal ist es eine gute Nachricht, dass es dort weitergeht und dass es zumindest für die nächsten zwei Jahre plus vielleicht noch ein weiteres Jahr Verhandlungen gibt zur konkreten Umsetzung", äußerte er im RBB-Inforadio.

Weber betonte jedoch, dass auf diesem Weg keine dauerhafte Lösung sichergestellt ist. Eines der größten Probleme betrifft den Schallschutz. Der Eigentümer plant, auf dem Gelände neue Wohnungen zu bauen, was potenziell zu Konflikten führen könnte. "Das Risiko besteht, dass die neuen Bewohner sich in der Zukunft über den Lärm der Clubbesucher beschweren und fordern: Der Club muss weg. Und dann kriegen die womöglich auch noch Recht. Das ist ja die Situation, die wir ganz oft haben", warnte Weber.

Für die kommenden maximal drei Jahre ist es entscheidend, einen tragfähigen Plan zu entwickeln, der sowohl den Erhalt der Clubs als auch die Interessen der neuen Anwohner berücksichtigt. Zusätzlich sollte ein alternativer Plan entwickelt werden, um den Clubs andere Standorte für den Fall zu ermöglichen, dass sie umziehen müssen.

Das RAW-Gelände, das einst Teil der Reichsbahn war, beherbergt in seinen teils maroden Hallen eine Vielzahl von Clubs, Bars, Ateliers und kulturellen Angeboten. Unerwartet hatte der private Eigentümer zuvor die Verhandlungen mit dem Bezirksamt über die planungsrechtliche Entwicklung für gescheitert erklärt, wobei ein zentraler Streitpunkt die Anzahl und der Zeitpunkt des Wohnungsbaus auf dem Gelände war.

Inzwischen wurde eine Einigung erzielt. Um die Veranstaltungsorte zu sichern, wird ein Generalmieter für 30 Jahre ein neues Mietverhältnis eingehen, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verkündete. Zunächst übernimmt der Bezirk die Funktion eines Zwischenmieters. Der Interimsmietvertrag soll ab September 2026 für zwei Jahre in Kraft treten, mit der Möglichkeit einer einjährigen Verlängerung. Wer anschließend den Generalmietvertrag übernehmen wird, steht noch nicht fest. Weber lobte die Bemühungen von Senat und Bezirk um eine nachhaltige Lösung. "Die haben schon die Bedeutung des RAW seit Jahren auf dem Schirm. Insofern sehen wir das jetzt gar nicht als Wahlkampfmanöver, sondern es ist wirklich gut, dass es jetzt eine Einigung auch noch vor der Wahl gibt," sagte er.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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